Heutige Burg auf dem Giebichenstein nicht ottonisch

Und leider auch nicht salisch. Ich muß den Beitrag vom 19. Febr. 2013 hier korr., nachdem ich mit dem Archäologen Torsten Schunke (und weiteren Mitgliedern der archäologischen Gesellschaft) letzten Donnerstag oben auf dem Giebichenstein gewesen bin. Das hat doch einige Klarheit gebracht: Zwar ist die Ausgrabungsgeschichte der Oberburg (um es höflich auszudrücken) ein Trauerspiel, aber für den Nachgräber Torsten Schunke und seinen Kollegen Mario Küßner ist es recht schnell klargewesen, dass der höfische Ausbau der Oberburg mit Palas, Wohnturm, Kapelle etc. frühestens zu Zeiten des Erzbischofs Wichmann (ca. 1116 – 1192) erfolgt sein kann. Zu ottonischer oder salischer Zeit kann hier allerhöchstens ein vermutlich hölzerner Wachturm gestanden haben. Die Civitas Giebichenstein, die noch im 11. Jahrhundert Marktrecht hatte, befand sich wohl dort, wo heute der Amtsgarten ist, das von mir skizzierte Gebiet der Alten Burg (siehe 1. im Beitrag von 19. Febr.). Ein Teil der Siedlung könnte sich auch auf dem Gebiet der heutigen spätmittelalterlichen Unterburg befunden haben. Schunke ausführliche Veröffentlichung zu seinen Nachgrabungen gilt es noch durchzuarbeiten und hier zu einer abschließenden Bewertung zu kommen.

Euer Isí