Archive for the ‘Verein’ Category

Heerbann 2012

Dienstag, Mai 1st, 2012

Das Schlachtfeld sah aus wie ein Saustall

Odo von Craien

Heerbann 2012

Der Heerbann ist vorrangig ein Kämpfertreffen, aber nicht nur …

Für uns ist der Heerbann in Berlin-Brandenburg schon  wieder vorbei. Aber einige von uns werden heute noch bis zum Ende bleiben und das schöne Wetter in Bruchmühle genießen. Sehr schade, dass wir nicht das Zelt aufbauen konnten (aber der Lebensunterhalt bzw. die Verpflichtungen anderen gegenüber gehen vor), denn das Wetter wäre unserem arabischen Zelt sehr entgegen gekommen. So haben wir die Gastfreundschaft der Templer-Komturey von Berlin und der Gruppe Liudolfinger-Mannen (Ottonen wie wir) in Anspruch genommen. Dafür ganz herzlichen Dank.

2007 fand der erste Heerbann in Berlin-Brandenburg mit ca. 184 Teilnehmern statt (auch schon eine stolze Zahl!), lt. Odos Zählung haben sich am diesjährigen Heerbann 2012 705 Teilnehmer  versammelt. Die Stimmung war ausgezeichnet und so habe ich das Gefühl, Odos Anliegen, die unterschiedlichen Gruppen und Gruppierungen innerhalb der Mittelalter-Szene zu einem (harmonischen) Lager zusammen zu schweißen, ist angenommen worden. Jeder akzeptiert den anderen (auch wenn in den Lagern trotzdem ein wenig über den anderen gelästert wird, wir sind ja auch nur Menschen) unabhängig davon, welcher Gruppierung man angehört oder welchen Glauben man hat. Es waren viel weniger Odin-Rufe als früher zu hören. Annette sah sogar Wikis mit Kreuzen.

Nicht nur ein Kämpfertreffen …

Heerbannn 2012

Das “Damenkränzchen”: Während die Kämpfer/innen sich austobten, gingen Damen (und Herren) ihren handwerklichen Tätigkeiten nach.

Natürlich ist der Heerbann vorrangig ein Kämpfertreffen (ca. 350 waren gemeldet), aber nicht nur: Es werden Workshops angeboten, z.B. Glasperlen oder Schleudern z.B., viele Händler bieten ihre nützlichen und weniger nützlichen Dinge an oder die Darsteller finden sich einfach zusammen wie z.B. beim “Damenkränzchen”, bei dem genäht, gestickt oder brettchengewebt wurde. Auch der “Mittelalterflohmarkt” war ein Hit!

Natürlich überwiegt weiterhin die Kampfdarstellungen in allen Lagern, aber dieses Jahr hatte ich das Gefühl, dass es in Zukunft in Richtung eines “Familientreffen” der Mittelaltergruppen in Berlin-Brandenburg (und Umgebung) gehen wird. Wir wissen, dass wir dort viele Freunde treffen werden und anderen wird es auch so gehen.

Heerbann 2012
Nicht nur das Schlachtfeld war belebt, auch die vielen Lager waren voller Darsteller, hier z.B. bei der Templer-Komturey

Und die Qualität der Darstellung ?

Hat sich bei vielen Gruppen erheblich gesteigert, so mein Eindruck. Bei einigen Gruppen ist es schön zu beobachten, wie sie die Qualität ihrer Darstellung im Laufe der Jahre gesteigert haben. Aber auch beim schönsten Treffen gibt es immer noch etwas zu kritisieren bzw. zu verbessern: Natürlich das übliche Problem von modernen Sachen, die in vielen Lagern noch zu sehen waren. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wenn die Keramik nicht immer passend ist, wäre ja nicht so schlimm, aber eines ist klar: Wikis (und andere) haben keine Bierflaschen gehabt! Viel schlimmer war die  Sache mit der “Helmpflicht”. Ich habe nur ganz wenig Fotos von Training und Kämpfen gemacht, habe aber überall Leute ohne Helm drauf (siehe z.B. ganz oben und das unterste Foto).  Was passiert, wenn jemand zufällig einen Kopftreffer bekommt und keinen Helm trägt, wißt ihr als Kämpfer selbst ganz genau.

Am Ende meiner diesjährigen Heerbannsblogerei das melancholische Bild eines Kämpfers, der sich plötzlich einsam, verlassen auf dem Schlachtfeld wieder fand.

Euer Isí

Heerbann 2012

einsam, verlassen?! Vielleicht überlegt er auch nur, warum die Leute, die auf ihn zustürmen, alle keinen Helm auf haben … ???

Frühjahrsklausur 2012

Dienstag, April 10th, 2012

Steinsburg Frühjahrsklausur

Ein wenig Kaspar-David-Friedrich-Reenactment : Ottonen auf der “Akropolis” der Steinsburg

Die Frühjahrsklausur 2012 gestalteten wir in Ruhe und Besinnung mit Rückblick auf das alte Jahr und mit Vorausblick auf Kommendes. Dieses Jahr fand das Treffen zwischen Bayern und Thüringen unterhalb der vermutlich keltischen Steinsburg im Hotel Waldhaus statt. Nach dem langen Winter war Zeit für Gespräche und Muße, so dass gar nicht viel Program geplant werden musste. Auch erledigen wir in diesen Tagen unsere notwendigen Vereinsregularien.

Wir genossen die thüringische Gastfreundschaft mit gutem Essen. Natürlich statteten wir dem Steinsburgmuseum einen Besuch ab. Es gehört zu den kleinen Museen, die viel zur Alltagsgeschichte und mit umfangreichen Fundgut (hier von der Steinsburg, ca. 100 vor unserer Zeit verlassen) glänzen. Wir staunten über umfangreiche Eisen und Schmuckarbeiten: Eiserne Nadel, eiserne Pflugschar, Schmuck und sogar Stempel für den Textildruck. Für unsere Schleuderer sind in einer Vitrine Schleudergeschosse aus Ton ausgestellt. Am Ende der Museumsausstellung gab es Funde von Altenrömhild-Rotemulde, die für uns interessant war. Hier gibt es den umfangreichen Ausgrabungsbericht.

Rotemulde wurde 799/800 von der Äbtissin von Milz an das Kloster Fulda übergeben und bestand bis ins 13. Jhd. (Neugründung als Römhild). Für eine Siedlung mit 24 Grubenhäusern mit Schwerpunkt Eisen- u. Textilherstellung war die “Häuslersiedlung” ausgesprochen wehrhaft. Neben Pfeilspitzen fanden sich auch ein Schwertortband, Lanzenschuhe, sowie Stachelsporen (11. Jhd.). Interessant für die Alltagsausstattung ist auch eine eiserne Kelle (11. Jhd.), für die Frauentracht eine Bronzenadel (10./11. Jhd) und Glasfingerringe des 10./11. Jhd. Gerade dieser Teil der Ausstellung des Museum war auch für uns Ottonen relevant.

Rotemulde

Die Siedlung Rotemulde in der Rekonstruktion von Wolfgang Timpel aus Alt-Thüringen Nr. 29 (1995) S. 129 - 189

Kirche und Friedhof der Siedlung lagen im Westen, ein Mühle am Bach im Norden (beides nicht auf dem Bild) der Siedlung.

Nach der Museumsbesichtigung inkl. dem Einkauf einiger Rebliken stiegen wir, obwohl noch etwas winterlahm, hinauf auf die “Akropolis” der Steinsburg. Hier entstand auch das Gruppenfoto. Ohne ottonische Kleidung erkennt uns ja ohnehin keiner!

Steinsburg Frühjahrsklausur

Ich denke, allen Vereinsmitgliedern und Freunden hat die Frühjahrsklausur Spass gemacht und eingestimmt auf die Ereignisse und Veranstaltungen in diesem Jahr, sozusagen vom Heerbann bis Hastings, von Bärnau bis zur “Wanderausstellung”.

Ich hoffe, ich sehe Euch oft wieder, Euer Isí

Wanderausstellung 2011

Donnerstag, Oktober 27th, 2011

Wanderausstellung1

Wie im Jahr davor, siehe hier, trafen wir uns zum Saisonabschluss wieder zu einer herbstlichen Wanderung. Der Teilnehmerkreis ist gewachsen, statt einer Handvoll Leute waren wir nun schon eine  kleine Wandergruppe von 13 Leuten und ein Baby im Bollerwagen. Möglich wurde dies auch durch die salische Verstärkung von der Lütjenburg. Herzlichen Dank! Eine kleine Fotoreportage folgt hier:

Dieses Jahr ging durch Blankenburg hindurch zum Michaelstein bis Volkmarskeller. Wir wollten, das gebe ich ehrlich zu, noch ein Stückchen weiter, warum es nicht klappte, verrate ich gleich. Zunächst stelle ich die Wandergruppe vor:

Wanderausstellung2

 Das sind natürlich noch nicht alle. Diese beiden fehlen auf dem Bild:

Wanderausstellung3

 Und so schaut eine ottonische Wanderausstellung aus, wenn sie in Bewegung ist:

Wanderausstellung4

Es war ein herrlicher Herbsttag und wir kamen auf dem Marktplatz in Blankenburg an:

Wanderausstellung5

Es ging weiter bis zum Michaelstein. Hermann erfand auf dem Weg das “Salisch Walking”:

Wanderausstellung6

Und weil er so im Schwung war, eröffnete er uns kurz darauf das Ziel unserer Wanderung:

Wanderausstellung7

Das ist doch gut zu schaffen! Aber nur, wenn es zwischendurch erholsame Pausen gibt, z.B. hier am Michaelstein:

Wanderausstellung8

Wir waren ein begehrtes Fotomotiv. Zum Kloster gibt es hier einiges zu lesen. Wir stärkten uns, sonnten uns und nach der Pause ging es hinein in den Harz:

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Über Stock und Stein, immer höher hinauf. Bis wir merkten, wir haben uns verlaufen und hätten einen ganz anderen Weg nehmen müssen. Es ging wieder zurück:

 Wanderausstellung10

Unser Ziel war nun Volkmarskeller. Weiter würden wir für heute nicht kommen. Im Mittelalter hätten wir hier Schutz und Übernachtung gesucht.

Deswegen etwas über unser Ziel: Wahrscheinlich wurde die natürliche Karsthöhle bereits in prähistorischer Zeit genutzt, die erste nachweisbare Erwähnung des Volmarskellers erfolgte durch die Einsiedlerin Liutbirg in der Mitte des 9. Jhd:

 Wanderausstellung11

Nein, das ist nur unsere Stiftsdame Harlindia! Aber so konnten wir es uns gut vorstellen. Zufälligerweise ist der Volkmarskeller tatsächlich ein ottonisches Ziel, denn in einer Schenkungsurkunde unseres Königs Otto I. von 956 an das Stift Quedlinburg ist hier eine Michaelskirche erwähnt. Hier sind einige Grundmauern von der Anlage:

 Wanderausstellung12

Sie könnte so ausgesehen haben:

 Wanderausstellung13

Aber da das Kloster längst verfallen war, keine Einsiedlerin uns helfen konnte, hieß es  also für uns, den Heimweg anzutreten:

Wanderausstellung14

Über Michaelstein ging es zurück nach Blankenburg zum Essen. Es war eine anstrengende Tour, auch durch unser historisches Schuhwerk, welches dieses Jahr bei allen gut durchgehalten hat, aber es hat allen viel Spaß gemacht. Auch für die Spaziergänger im Harz war die “Wanderausstellung” sicher ein Erlebnis. Wenn ein ganzer Zug Ottonen durch den Wald spaziert, ist wie ein Blick wie in eine andere Zeit.

Wie letztes Jahr beendeten Sabine, Annette und ich (diesmal in Begleitung unseres Besuchs aus Tokio) das Wanderwochenende durch eine Einkehr in die Stiftskirche, um in der Krypta unter dem Westchor zur Ruhe zu kommen:

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Ich weise hier auch noch einmal auf die Ausstellung Schleierhaft über die Stiftsdamen in Gernrode gerne hin, die auch ausgezeichnet im Internet dokumentiert ist und dies auch hoffentlich noch einige Zeit bleibt. Wenn dann noch Zeit bleibt, empfehlen wir den Besuch des “Froschkönigs”, um wie “in alter Zeit” einen Kaffee zu trinken, wenn auch nicht ottonisch. Für die Eiligen gibt es das hier: wanderausstellung16

Euer Isí

Fotos von Joachim, Lis, Hermann (Danke Euch!)

Schleudern auf dem Bauspielplatz Roter Hahn

Mittwoch, September 14th, 2011

Vom 20 - 21 August fand auf dem Bauspielplatz nahe Lübeck das diesjährige mittelalterliche Sommerfest statt. Geboten wurde ein breites Angebot. Schmieden, färben. spinnen, schnitzen, Pfeil und Bogenbau, Steinschleudern, Zinn gießen uvm. Und natürlich Steinschleudern ! Genau aus diesem Grund waren auch wir mit einem kleinen Lager vor Ort. Wir, das waren Lis, Hermann, Jens und ich. Und natürlich Gregor und Felizitatze.

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Wir hatten angeboten, das Steinschleudern den Besuchern hier etwas näher zubringen. Zu diesem Zweck bauten wir einen Infotisch übers “Schleudern - Damals und Heute” auf und steckten unseren Schussbereich (20 und 30m) ab:

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Der Info Tisch war dann auch wirklich eng umlagert:

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Nicht nur Besucher kamen, auch die Leute vom Bauspielplatz und aus anderen Lagern zeigten reges Interesse an der Schleuderei:

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Und geschleudert wurde dann auch reichlich. Wir begannen mit der Sonne im Gesicht und hörten auf, als sie uns im Nacken brannte

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Und während die einen sich um denn Nachwuchs kümmerten….

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……waren die anderen fleißig am Ball holen:

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…und wieder andere genehmigten sich erstmal einen kühlen Trunk:

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Es war ein wirklich sehr schönes Wochenende. Sehr gerne kommen wir nächstes Jahr wieder. Und vielleicht gibt es ja noch ein paar Ottonen die sich uns anschließen möchten. Platz für ein größeres Lager gibt es auf jeden Fall.

logo-sl2.jpg Jaegoor

Hier noch ein paar kleine Filmchen für Euch:



Heuschrecken des Kaiser

Mittwoch, September 7th, 2011

Ich bin lange nicht mehr zum (geschichts)blogen gekommen. Es liegen hier noch zwei Artikel im Speicher und zwei oder drei Ideen im Kopf. Es wird Herbst,  die dunkle Zeit, da werde ich wohl etwas mehr Zeit finden zu schreiben und zu blogen.

Der erste Eintrag ist eigentlich ein Nachtrag zu unserer Zeit auf der Lütjenburg. Immer wenn uns der dortige Museumschef Herr Eller antraf, dann waren wir am Futtern oder am Kochen. Deswegen, deutsche Museumlandschaft aufgepaßt, überall, wo wir auftauchen, wächst kein Gras mehr, denn wir sind die

Heuschrecken des Kaiser
Zeichnung: Maic Gronych, Ottonenzeit/Huginn

Unser nächstes Treffen wird im Geschichtspark Bärnau-Tachow stattfinden. Wir werden auf den Seiten des Geschichtsparks lobend erwähnt und möchten den Dank gleich weiter an unsere “Südschiene”, die dort so fleißig geschafft hat, weiterreichen. Die Nordlichter aus Berlin, Leipzig und Halle werden sich erst dieses Wochenende das Gelände anschauen und danach kann ich darüber berichten. Einige Freunde von uns waren schon da und was haben sie dort gemacht. Natürlich gekocht und gegessen:


Euer

Isi

Mitgliederversammlung 2011

Dienstag, April 5th, 2011

Am letzten Märzwochenende trafen wir uns zur alljährlichen Klausur und Mitgliederversammlung, diesmal in Gifhorn bei Sabine. Schade, dass so wenige gekommen sind, aber ansonsten hätten wir auch ein größeres Quartier beziehen müssen. Auf jeden Fall ganz herzlichen Dank für die Gastfreundschaft. Wir haben uns diesmal gemütlich zusammengesetzt, Vereinsinterna besprochen und neue Mitglieder aufgenommen. Ich denke mir, die alten Kapitel sind endgültig abgeheftet, ein neues Buch ist aufgeschlagen worden. Die Vereinsmitglieder erhalten alle das Protokoll der Sitzung, sobald der Versammlungsleiter und ein weiteres Mitglied danach einmal korrekturgelesen haben. Ich bitte noch um etwas Geduld. Einen Beschluss kann ich schon mal mitteilen. In Zukunft wollen wir dies Treffen immer im März quasi als Frühjahrsklausur machen. Ich hätte da schon für nächstes Jahr eine schöne Unterkunft im Auge.

Am Ende noch die akt. Termine …

Euer Isí

Schleuderertraining in Hadmersleben

Montag, Februar 28th, 2011

Schleuderer Hadmersleben

Das war er also, der erste Termin in diesem Jahr: Am 26. Febr. trafen sich einige Schleuderer aus Sachsen-Anhalt in Hadmersleben zum gemeinsamen Training auf dem Schützenplatz des Ortes. Wie man an dem bunten Untergrund des obigen Fotos sieht, wird der Platz eigentlich zum Tontaubenschießen genutzt,  hat uns aber auch beim Schleudern gute Dienste geleistet, zumal das Gelände eine alte Kiesgrube war, die immer noch einiges an Steinmunition zum Nachladen hergab. Anwesend waren Torsten, Christian, Hannes und der Gastgeber Hubert, sowie zwei interessierte Zuschauer.

Diana Hadmersleben

So sah unser Ziel aus. Die Diane von Hadmersleben. Nicht ganz regelkonform und sie hielt auch nur begrenzte Zeit. Das war aber nicht schlimm.

Nicht nur wegen mangelnder Teilnahme, sondern auch wegen unserem Trainingsrückstand (oder wie soll man das nennen) wurde aus dem eigentlichen Wettbewerbswochenende eher ein Trainingswochenende für alle. Der Eifer war groß, die Trefferquote ließ stark zu wünschen übrig. Hubert sicherte sich mit lediglich zwei Punkten den inoff. Sachsen-Anhalt-Meistertitel. Niemand von uns kam an diesem Tag an die notwendige Punktzahl für einen Schülergrad ran, auch die nicht, die bereits einmal einen errungen hatten. Das Wetter war gut und sonnig, aber die Schleuderer waren noch eingerostet vom Winter.

Schleuderer eingerostet

 Christians Fehler ist auf diesem Foto gut zu erkennen: Schleuder verdreht, das kann passieren!

Immerhin war am Ende des Trainingstages die Zielgenauigkeit schon besser geworden, einige Treffer auf der Mittelscheibe oder knapp daneben folgten.  Hubert tröstete uns am Abend mit guten Gulasch über die Misserfolge hinweg. Das Jahr hat ja erst angefangen.  Wir freuen uns auf den nächsten Termin zum gemeinsamen Schleudern. Motiviert hat das Treffen zumindest alle.

Teilnehmer Endsumme nach einem Pass (4 x 5 Wurf), 20 m auf die Ariane/Diane
1. Hubert 2 Punkte, Vorjahr: keine Teilnahme
2. Isidorus 1 Punkt, Vorjahr: 9 Punkte
2. Christian 1 Punkt, Vorjahr: 1 Punkt

Euer Isí

 

Frohes Fest

Freitag, Dezember 24th, 2010

Weihnachten

Foto: Lis Mann, Turmhügelburg Lütjenburg

Schleuderwochenende

Sonntag, November 28th, 2010

Mitten in der Lüneburger Heide haben wir im November ein weiteren Schleuderwettbewerb in diesem Jahr abgehalten. Das Üslinger8.jpgbungsgelände vom Jaegoor eignet sich ausgezeichnet dazu. Leider haben nicht alle, die zugesagt haben, teilnehmen können. Manchmal benehmen sich die Autos leider nicht so, wie sie sollten. Manchmal bleiben sie auch einfach stehen. Man kann es nicht ändern. Aber die, die teilnehmen konnten, haben ein sehr schönes Wochenende gehabt. Meine Wetterprognose hat auch gestimmt. Ein ausführlichen Bericht gibt es auf Fundis Seite, hier weiterlesen …

Jetzt beginnt der Advent, die Ottonenzeit wünscht allen eine schöne Weihnachtszeit und eine guten Start ins neue Jahr. Und schaut mal, was ihr so alles im Winter machen könnt. Ich habe selbst schon viele Zettel. Vielleicht komme ich auch mal wieder zum Modellbau.

Euer Isí 

Harzwanderung

Dienstag, Oktober 12th, 2010

Erster Rauhreif überraschte uns am Morgen, die Blätter der Bäume zeigten allerschönste Herbstfärbung, die letzten Pilzsammler waren unterwegs. Die Ottonen beschlossen im Harz zu wandern.

Wanderung in Gewandung

 Das war unser erster Versuch eine Wanderung in Gewandung zu unternehmen, einfach mal abseits von Veranstaltungen, Museen und Märkten sich zu treffen und noch einmal vor dem Winter unserer Kleidung der Ottonenzeit auszuführen.

Das Selketal bei Mägdesprung erwies sich als idealer Stützpunkt für unser kleines Wanderwochenende. Das Einpacken am Freitag erwies sich als überschaubar und wir konnten alle nach der Arbeit dort eintreffen. Das gastliche Haus von Ehepaar K. lag sehr idylisch. Schiefer und Holz herrschten vor, der Gastraum war sehr passend für uns. Vegetarische Kost stellte für uns Mittelalterleute die größere Herausforderung dar. Es schmeckte letztendlich aber auch. Aber um die Unterkunft des 21. Jahrhunderts im Öko-Stil der 80ziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts soll es hier nicht gehen. Beginnen wir also sofort mit der Wanderung:

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Unsere Wandergruppe bestehend (von links nach rechts) aus Sabine, Nette, Isidorus, Buteo, Hemmo und Rike.

Die kalten Finger der Nebelfrau

Es war nicht mehr die ganz frühe Morgenstunde, zu der wir aufbrachen. Die Terz war eben gerade durch, aber die Nebelfrau war schon verschwunden, doch ihre kalten und unsichtbaren Finger waren noch allerorten. Deswegen verschwanden die Sommertuniken unter Wolle oder wurden gleich fortgelassen, Nette zog sogar ihren Halbkreismantel über. Der Weg führte uns durch Wald an der Selke entlang bis zu den Füßen der Burg Anhalt, von der nicht viel erhalten ist und die es in der Ottonenzeit noch nicht gab. Hier überquerten wir die Selke. Da es inzwischen ein Brücke gibt nicht an einer flachen Stelle, sondern über eine Brücke. Einige Leute im urbayrischer Gewandung machten uns rasch klar, dass wir am heutigen Tag nicht die einzigen Gewandungswanderer sein würden. Wanderer ganz ohne Gewandung begegneten uns allerdings nicht. Der überall grob geschotterte Wanderweg blieb uns den Tag über  erhalten, war weder für unser mittelalterliches noch für neuzeitliches Schuhweg sonderlich gut. Unter dem Gesichtspunkt naturbelassener Wege fällt, das sei vorweg gesagt, die ganze Strecke durch.

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Unser historisches Ziel: Geros Stiftskirche

Die Stiftskirche von Gernrode, Stiftung von Markgraf Gero und seiner Schwiegertochter Hathui, die auch erste Abtissin für die adligen Stiftsdamen wurde, war das Ziel unserer Wanderung. Auch unsere Route dorthin war nur teilweise historisch, denn höchstwahrscheinlich hätten wir wohl die Straße von Harzgerode kommend genommen, aber wo Biker und Ausflügler auf unauthentischen Teerbelag herumkurven, da ist kein Platz für Ottonen.

Immerhin geben wir ein malerisches Bild ab: Drei leichtbewaffnete Männer, drei von der Kleidung nicht ganz arme Frauen, die zusammen ihre Siebensachen in zwei Korbkiepen und  einer Umhängetasche transportieren. Noch im Wald gab es die erste Pause, danach erreichten wir relativ rasch das Sternhaus. Unser Weg kreuzte die Straße nach Gernrode und wir hätten selbst ein Stück dieser Straße bis hinunter zum Ostergrund gehen müssen, aber wir gingen zunächst im Wald weiter und kehrten entlang der Trasse der Harzer Schmalspurbahn querfeldein auf feuchter Wiese auf die eigentliche Route zurück. Diese Anstrengung verlangte nach dem Mittagsimbiss “Zum verendeten Reh” “mit Hirschwurst, Brot und Käse, dazu Gänsewein, alles aus den Kiepe”, wie es Sabine ausgedrückt hat. Der ruhige Blick auf herbstliche Wiese und Wald war beruhigend. Es war warm geworden und wir brachen auf, bevor wir richtig schläfrig wurden und uns vielleicht der “Alte Weidenmann” erwischte.

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Durch den Ostergrund

Die Wanderung näherte sich langsam ihrem Ziel. Im Ostergrund passierten wir ein Rückhaltebecken, durch das das Tal sehr seinen ursprünglichen Charme verloren hat, und versuchten dort zu schleudern. Aber das Harzer Schottergestein ist für ordentliche Schüsse gänzlich ungeeignet. Schade! Wir begegneten jetzt, je näher wir auf Gernrode zumarschierten, anderen Wanderern, die sich freuten oder dumme Bemerkungen machten, ganz nach Temperament oder Einstellung. Ich nahm mir fest vor, für das nächste Mal Erklärungszettel in der Umhängetasche zu haben, aus den die Leute ersehen können, warum wir so komisch herumlaufen. Denn Wanderung in Gewandung, was ist das eigentlich? Ist das ein neuer Trend in der historischen Darstellung? Der erste Gedanke, den die Leute dabei hatten, das schloss ich aus den Bemerkungen, war, das wir aus einem Mittelaltermarkt in der Umgebung entlaufen harzwa4.jpgwaren. Denn Mittelalter ohne “erschröcklichen Mittelaltermarkt”, geht das überhaupt? Dürfen die das? Einige dachten bei unserem Anblick, so vermutete Nette richtig, an ein Krippenspiel. Aber Hemmo war nun als Christkind wirklich zu groß und keine der Damen, ohne ihnen nahetreten zu wollen, war noch Jungfrau.

Wir wanderten weiter, erreichten den Ostersee und bogen vor ihm Richtung Stadt ab. Hier standen schon die ersten Wochenendhäuser und Häuser am Hang. Wir brauchten nur noch gemächlich in die Innenstadt herab zu schlendern. Den Damen verlangte es vor dem Kirchgang rasch nach einer Stärkung. Die Herren waren auch nicht abgeneigt.

Über 1000 Jahre und ein Tag

Das Ziel war erreicht. Wir standen vor der Stiftskirche in Gernrode. Viele Informationen, die in der Kirche auch als Ausstellungstafeln zu sehen sind, habe ich ans Ende des Berichtes gelegt. Wo wir jetzt standen, und auf dem Gruppenbild zu sehen sind, stand einst die Burg und der Hof von Markgraf Gero, einem der rücksichtslosesten Vasallen Kaiser Ottos und sein Mann für das Grobe in Slawenangelegenheiten. Bis heute ist er im Verhältnis Slawen und Deutsche stark umstritten. In der Wikipedia-Diskussionsseite weist ein User zu Recht darauf hin, dass man einen Markgrafen jener Zeit nicht mit heutigen Maßstäben messen könne. Da Geros Wirken jedoch polnische Staatsgründungsmythen berührt, führt man ihn gern als ersten “häßlichen und brutalen Deutschen” an. Die Kirche zu seinem Gedächtnis steht bis heute. Er muss ein wichtiger und außergewöhnlicher Mann gewesen sein, da die ottonischen Königschroniken so viel über ihn zu berichten wissen.

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Die Stiftskirche selbst in der heutigen Form ist natürlich nicht mehr der Bau der Ottonen, aber hat sich viel von der Ursprünglichkeit bewahrt, ist zudem sehr sensibel (bis auf die Innenbemalungen) restauriert worden. Das kann nachgelesen werden. Und gerade wird wieder an der Kirche restauriert, das wesentlich später entstandene “Heilige Grab” wird einer Auffrischung unterzogen. Dennoch war das Grab Geros ein angemessenes, ja fast heiliges Ziel. Die Krypten (nur die östliche ist ottonisch) luden zur Einkehr ein. Es war jedoch spät geworden, wir hatten die Kirche zu verlassen. Ohnehin, das Abendbrot wartete auf uns.

Noch ein Wort zum Schuhwerk:  Rike, Buteo und Hemmo hatten CP-Schuhe an. Diese waren z.t. genagelt, was ich für Wanderungen auch befürworten würde, auch wenn die Fundlage da sehr düster ist. Bei Sabine und Nette ist es ähnlich. Ich hatte die “Theophanu-Schuhe” von Snorri an, die aber schon einen Riß hatten, der sich zu einem klassischen Loch auflief. Ich kann nun sagen: “Ich gehe meilenweit für Kaiser Otto.”

Am Ende noch viele Informationen über die Stiftskirche Gernrode und das Leben der Stiftsdamen, die Ausstellung Schleierhaft?.

Euer gewanderter Isí