Archive for the ‘Turmhügelburg’ Category

Schleuderwettbewerb 2010

Dienstag, Juni 1st, 2010

Nach langen Überlegungen haben wir uns entschieden, den nächsten Schleuderwettbewerb, Abnahme von Schleuderschülergraden auf den Samstag,  31. Juli,  auf der Turmhügelburg Lütjenburg stattfinden zu lassen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Interessenten bitte Mail an rio (at) romanica.de oder hier auf der Seite das Kontaktformular benutzen.

Jaegoor und Isí

Winterklausur - Rückschau

Montag, Februar 1st, 2010

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Lindstedt, ein kleines Dorf in der Altmark war unser Treffpunkt für die erste Winterklausur der Ottonenzeit und Freunden, sowie dem Verein um Ulf Frommhagen, der sich um eine Restaurierung des Gutshof von Lindstedt und um eine Rekonstruktion der Turmhügelburg dort bemüht. Über eine verschneite Landstraße kämpften wir uns bis Lindstedt, kamen einigermaßen pünktlich und fanden auch den Gutshof am Rande des Dorfes gut. Mit dem Gemeindehaus wurde uns eine einfache, aber warme Unterkunft für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Ganz herzlichen Dank deswegen an unsere Gastgeber. Es dauerte durch den Schnee etwas, bis alle eintrafen und so verlebten wir einen Schneeabend mit Kennenlernen und Wiederkennenlernen. An Wulflongbow vielen Dank für die Freitagabendverpflegung!

Erst am Samstag begann das eigentliche Klausurprogramm mit der Begrüßung durch Maic von Huginn. Der Vormittag war der Innenschau und Reflektion gewidmet. Kurz gefasst: Was machen wir da eigentlich ? Es wurden Verbesserungen für den Kitguide Ottonik angesprochen. So kam der Vorschlag, Fotobeispiele von z.B. bestehenden ottonischen Darstellung neben historischen Abb. zu stellen, um zu zeigten, so könnte eine Rekonstruktion in der Praxis aussehen. Ein Austausch fand über Motivation der Darstellung und die Probleme der Vermittlung der Darstellung statt. Die Hemmschwelle, die in der Öffentlichkeit angesichts der historischen Darstellung vorhanden ist, haben wir sich alle bereits erleben können. Und will das Publikum wirklich nur aktionreiche Veranstaltungen? Jemand brauchte es mitten in der Diskussion auf dem Punkt: Was wir machen ist eine Gradwanderung zwischen Hofnarr und Ritter. Ist die Publikumsarbeit wirklich das Nonplusultra? Veranstaltungen wie der Heerbann in Berlin-Brandenburg ziehen viele, viele Darsteller (444 im Jahr 2009) jedes Jahr, die ganz ohne Publikum Training, Workshops und Begegnung erleben. Woran liegt der Reiz der internen Veranstaltung? Dabei kann es auch praktische Gründe haben, die Öffentlichkeit nicht dabei zu haben: Die Organisation einer internen Veranstaltung reduziert den Aufwand erheblich. Am Ende kamen die Problematik “Verein” dran. Dieser bietet organisatorische und finanzielle Vorteile, stellt u.a. die Geschäftsfähigkeit einer Interessengemeinschaft her. Menschliche Dinge sollte man locker angehen, auch wenn es denen, an denen als Vorstände Ansprüche und Forderungen herangetragen werden, schwer fällt.

Am Nachmittag stellte Ulf Frommhagen das Projekt “Turmhügelburg Lindstedt” vor.  Eine Datierung des jetzt vorhandenen Gutsensemble wird dadurch nicht leichter, da durch die amerikanischen Besatzungstruppen das gesamte Gutsarchiv verbrannt wurde. Anscheinend gab es aber zwei Adelsgeschlechter, die man als v. Lindstedt bezeichnen kann. Das erste Geschlecht zog auf Druck der Askanier berklausur2eits 1250 in Richtung Pommern ab. Das zweite Geschlecht, ursprünglich v. Sondersleben, dann v. Lindstedt, errichteten das 1705 erneuerte Gutshaus, das 1886 endgültig in bürgerliche Hand fiel. Bei einem Rundgang über das Gelände bekamen wir den alten Turmhügel gezeigt. Hier ist nicht klar, ob sich darauf ein Holzturm oder wahrscheinlicher in der Gegend ein Steinturm befand. Eine mögliche Rekonstruktion wird sich aber nicht am Originalstandort, sondern auf den Wiesen daneben befinden.

Der zweite Nachmittagsvortrag entführte uns zu den Burgen der Kreuzfahrerzeit in Syrien, Jordanien und Israel. Trotz der Tücken der Technik (leider funktionierte der Beamer nicht) bekamen wir ein sehr eindrucksvolles und (fast) vollständiges Bild der Burgen dort.  Besonders freuten wir uns über einen Eindruck der Burg von Schaizar, die wir aus der Autobiografie von Usama ibn Munquid kennen. Für den Vortrag bedanken wir uns bei Odo von Crain von den Templern in Berlin.

Das Abendprogramm bestand aus der praktischen Vorführung der frühmittelalterlichen Küche. Ein kleines Team hatte den Nachmittag (allerdings in einer modernen Küche) für uns gekocht und am Abend wurde als erster Gang eine stärkende Brühe, als zweiter Gang gefülltes Huhn mit zweierlei Wintergemüse, Kohl mit Speck oder Zwiebeln mit Honig, und als Nachtisch Bratäpfel mit Mandel oder Rosinen serviert.  Die klausur3Erklärung in Form eines kleinen Vortrag folgte am Sonntagmorgen: Dabei stellte es sich heraus, dass die Aussage, es gebe keine frühmittelalterlichen Vorlagen oder Rezepte zur Ernährung nicht richtig ist. Neben den Capitulares Karls des Großen und dem Lorscher Arzneibuch ist auch Apicius Kochbuch als Leitfaden für eine frühmittelalterliche oder ottonische Küche verwendbar. Die frühsten uns bekannten Exemplare sind aus dem 9. Jahrhundert und große Verbreitung erfuhren seine Rezepte durch die Küche der Äbte der großen Kloster, die separat von den Küchen der Klöster existierte, da hier auch Gäste und Besucher der Klöster verköstigt wurden, wie Annette von der Ottonenzeit und Maic von Huginn zusammen ausführten. Im Anschluss an diesen Vortrag wurde die Winterklausur 2010 der Ottonenzeit geschlossen. Ganz herzlichen Dank bei allen Teilnehmern. Einer Wiederholung steht meiner Meinung nach nichts im Weg. Ich würde mich freuen, wenn wir dafür wieder eine ähnlich große Teilnehmerzahl bekommen würden.

Euer To.

Beteiligte Gruppen und Vereine: 

Turmhügelburg, Tag des offenen Denkmals und Saisonende 2009

Montag, September 14th, 2009

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In der letzten Juliwoche waren wir zusammen mit dem Wolfsbanner, Freunden des Wolfsbanners, Maic und Snorri auf der Turmhügelburg Lütjenburg. Da ich noch vorhabe, einen Artikel im Chronico zu schreiben, deshalb nur hier ganz kurz unsere Eindrücketurmh2.JPG: Die Anlage der Turmhügelburg gefiel mir gut, von der Anlage sehr kompakt, wie auf dem Foto (”Dorfstraße”) zu sehen. Mit viel Liebe zum Detail und so angenähert um die Kernzeit (13. Jahrhundert) wie möglich. Die Belegtreue führt jedoch zum größten Kritikpunkt, die zeitliche Streuung der Gebäuderekos v. 11. bis zum 15. Jahrhundert. Dennoch wirkt das Ensemble einheitlich. Es gibt Motte mit Wassergraben, eine Kapelle, das Ritterhaus, Schmiede, großes Wirtschaftsgebäude,, Wohn- und Stallgebäude, Speicher, Backhaus und Brunnen. Besonderen Anklang fand bei mir, das in dieser Anlage umgesetzte Konzept eines “Lebendigen Museums”, d.h. Darsteller werden nicht nur zu Veranstaltungen herangeholt, sondern turmh3.JPGkönnen das ganze Jahr über das Gelände im Rahmen der Nutzungsordnung “buchen”. In der wunderschönen Anlage, mit den netten “Mitbewohnern, der tollen Orga. (Danke Lis, Torsten und Herr Eller) und den sehr interessierten Museumsbesuchern hat uns dieser “Mittelalterurlaub” viel Spass gemacht. Weitere Fotos von den Belebungen auf der Turmhügelburg hier …

Zum Tag des offenen Denkmals haben wir ein kleines ottonenzeitliches Lager auf dem Rittergut Großleinungen organisiert. Es waren Sachsen, Ottonen und Wikinger da. Es wurde gefärbt, Bronze gegossen und Textiles hergestellt. Ganz herzlichen denken wir der Von der Ropp-Crammschen Verwaltung und Kathrin Seiferin für die Verköstigung. Es war ein ruhiges und gemütliches Lager mit viel Sonnenschein am Samstag und leider einen sehr zeitigen Aufbruch durch die Schauer bedingt am Sonntag. Da konnten Annette und ich das erste Mal dieses Jahr unser Zelt aufbauen und gleich wurde es nass !  Erst einmal hat es uns in Großleinunngen gut gefallen und wir werden darüber noch reden müssen, ob wir uns dort künftig engagieren wollen oder können. Das nächste Jahr ist schon ganz schön voll!

Das war schon unser Saisonende 2009. Jetzt kommen nur noch einige kleinere Sachen wie zwei Vorträge. Wir werden uns gegenseitig besuchen und Ausstellungen besichtigen. Ich hoffe, dass wir im Winter ein Nähwochenende hinbekommen. Ich freue mich auf erneute Besuche in der Bibliothek mit interessanten Recherchen.

Allen einen schönen Herbst, Euer To.

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