Mord im Mittelalter

am Fr. 21.09. 19.30 Uhr

im Bibliotheksgasthof Moritz in Rädigke / Brandenburg

(um Voranmeldung wird gebeten)

Wir schreiben das Jahr 955. Schlimmer konnte die Siegesfeier in Memleben für König Ottos Burggraf Hodo nicht enden: Am Ufer der Unstrut fand er einen seiner Reiter erdolcht, sein Bruder, der Burgkaplan Isidorus, schleppte eine ungarische Heidin mit auf die heimatliche Burg, vor lauter Nachdenken wurde selbst das Bier in der Kanne schal! Und Nachdenken war Hodos Stärke nicht. Wie gut, daß er seine Frau Luitgard, seinen Bruder und die Wolfsfrau Enikó hatte. Aber würden diese drei dem Mannstöter auf die Spur kommen? Denn dieser begnügte sich nicht mit der einen Tat an der Unstrut, er schien dem Burggraf bis hinter die heimatlichen Palisaden gefolgt zu sein und brachte mit seinem blutigen Werk Wenden und Sachsen gegeneinander auf. Hodo verließ seine Bierkanne erst, als es wieder galt, kräftig dreinzuschlagen. Und wie es nicht nur in der „dunklen Zeit“ des 10. Jahrhunderts geschah, die blindwütige Justizia erwischt nicht immer den Richtigen! Luitgard, Isidorus und Enikó hatten viel zu rätseln, bevor wieder Frieden in der Grenzburg einzog.

Der Bibliothekar und Autor Torsten Kreutzfeldt wird aus seinem Krimi „Wolfsfrau und die Schlacht auf dem Lechfeld“ in rekonstruierter Kleidung der Ottonenzeit vorlesen. Auch Waffen und Alltagsgegenstände der Zeit werden mitgebracht. Denn inzwischen wurde aus der damaligen Recherche für den literarischen Stoff eine intensive Beschäftigung mit den Zeitumständen und dem Alltag der Menschen in der Ottonenzeit, ader Epoche, die von etwa 919 – 1024 andauerte. Das Projekt Ottonenzeit und der dazugehörige Verein Lebendige Geschichte e.V. präsentieren Kleidung, Bewaffnung und Alltag der Ottonen seit etwa 10 Jahren in Freilichtmuseen, Museen und Stadtfesten.

Neben der Lesung aus der „Wolfsfrau“ wird Torsten Kreutzfeldt seinen zweiten Krimi, der in der Zeit des spanischen Nationalhelden „El Cid“ spielt, vorstellen. Wir schreiben das Jahr 1096. Die zwei Caballeros (Ritter) Beato und Gerardo de Canehan werden von ihrem Fürsten beauftragt aufzuklären, wer während der lange zurückliegenden Schlacht von Graus den König von Aragón mit einem gekonnten Lanzenstoß ins Auge tötete. Wir werden in hineingezogen in das komplizierte Geflecht der Beziehungen zwischen den kleinen und großen mittelalterlichen Reichen Spaniens, ein Teil davon christlich, ein Teil islamisch. Dazu kommt die große jüdische Minderheit. Nicht immer werden Koalitionen nach der Religion abgeschlossen. Am Ende müssen zwei der christlichen Fürsten ihre Kräfte vereinen, um eine erneute islamische Eroberung der iberischen Halbinsel abzuwenden.

Nach der  kriminalistischen Aufbereitung des Mittelalters an der Saale und am Ebro soll auch das leibliche Wohl soll nicht zu kurz kommen. Begleitend zu der Lesung serviert der Gasthof Moritz mittelalterliche Getränke und Speisen. Deswegen wird um Voranmeldung gebeten.

 

Krönung Ottos vor 1050 Jahren

Ein Datum habe ich in meinen Notizen zum Jahresbeginn vergessen:  Am 2. Februar 962 vor genau 1050 Jahren wurde Otto der Große im Petersdom in Rom zum Kaiser gekrönt. In welcher Traditionslinie Otto hier sein Kaisertum sah, darüber können wir nur spekulieren. Knüpfte er an das fränkisch-römische Kaisertum an, das 924 erloschen war oder an das ältere (alt-)römische,  das mit dem Princeps Augustus begann und spätestens 641 im Westen zu Ende war? Oder plante er etwas völlig Neues, ein Gegengewicht zu Byzanz? Antworten dazu gibt es in der Ausstellung Otto der Große und das Römische Reich.

Den Band zur wissenschaftlichen Begleitkonf. habe ich hier schon mal besprochen … Tatsächlich werde ich die neue Magdeburger Ausstellung, wenn man mich nicht gerade hinträgt, auch nicht besuchen, weil mich Herrschergeschichte zum wiederholten Male nicht so fürchterlich interesssiert und ich an Alltagsdingen von der Magdeburger Ausstellung nichts erwarte. Natürlich ist es ein interessanter Ansatz nach Ottos Kaisertum zu forschen, aber nach dem Editha-Wirbel, der gemacht worden ist, erstaunt mich eine derartige Ausrichtung. Der Edithafund ist anscheinend dem Herrn Puhle nur wichtig gewesen, um mit dem Landesamt in Halle und dem „Busenfreund“ Meller Stunk anzufangen. Das finde ich erbärmlich. Alles Weitere habe ich schon in meiner Besprechung gesagt.

Euer Isí