Alchemie in Halle

Dr. Wunderlich, unser Ehrenmitglied im Lebendige Geschichte e.V. Für ihn lassen wir es schon mal krachen
Dr. Wunderlich, unser Ehrenmitglied im Lebendige Geschichte e.V., und bekannter Alchemist. Für ihn lassen wir es schon mal krachen

Wieder gab es eine Ausstellungseröffnung in Halle. Das Thema heißt „Alchemie – Die Suche nach dem Weltgeheimnis“ Natürlich war ich bei der Ausstellungseröffnung dabei. Aber dieses Mal soll es keinen eigenen redaktionellen Beitrag von mir geben, sondern ich werde mit Erlaubnis des HalleSpektrums zwei Beiträge von den Kolleg/innen übernehmen:

Alchemie – Neue Sonderausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte

Ein sensationeller Fund aus dem ehemaligen Franziskanerkloster in Wittenberg ist für das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle Anlass zu einer Sonderausstellung mit dem Titel „Alchemie – Die Suche nach dem Weltgeheimnis“. Im Mittelpunkt stehen die Überreste eines alchemischen Laboratoriums des 16. Jahrhunderts. Rund um den Fund geht die Schau nicht nur dem Thema Alchemie, sondern auch den Anfängen der modernen Naturwissenschaften bis zur heutigen Zeit nach. Hier bitte weiterlesen …

Das Puzzle aus 10.000 Scherben

Die Inszenierung der Funde im Atrium
Die Inszenierung der Funde im Atrium

Da die neue Sonderausstellung „Alchemie – Die Suche nach dem Weltgeheimnis“ im Landesmuseum für Vorgeschichte ab morgen für Besucher geöffnet hat, blickt Halle-Spektrum hinter die Kulissen. Di
eses Mal beleuchten wir die Restaurierung der Wittenberger Alchemistenfunde. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen etwa 50 alte Arbeitsgeräte der Alchemie-Werkstatt in Wittenberg aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Hier bitte weiterlesen….

Noch ein kleiner eigener Eindruck von mir am Schluss: Wie gestern der Landesarchäologe Meller sagte, ist es eine kleinere Sonderausstellung. Das kann ich bestätigen, aber es ist auch eine sehr feine Ausstellung. So etwas, eine ganze Alchemistenwerkstatt, ist noch nie gefunden, geschweige denn gezeigt worden. Ich erwarte Euch in Halle!

Euer Isidorus

Bibliothekstagebuch 1

 Der argentinische Schriftsteller Borges sagte einmal: „Ich hatte mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt. Andere Leute denken dabei eher an einen Garten, wieder andere an einen Palast. Da war ich also. Nun befand ich mich im Paradies.

Ich könnte ergänzen. Und mitten im Paradies steht ein fettes Sofa, auf dem ich mich niederlassen und lesen kann. Da war ich also. Wo aber lag mein Paradies?

Ich habe bereits schon zuvor meine Begeisterung für die Archäologische Bibliothek in Halle geäußert. Nun ist sie neu eröffnet worden, hier nachzulesen, und meine Begeisterung kennt keine Grenzen mehr. Dieser möchte ich regelmäßig an dieser in einem regelmäßigen Bibliothekstagebuch Ausdruck verleihen. Heute also der Teil 1:

Es ist schon schon etwas verrückt. Ich arbeite in einer Bibliothek, verlasse diese und die Franckeschen Stiftungen und begebe mich hinüber in die Innenstadt von Halle. Dort liegt hinter dem Markt von Halle versteckt in einem Innenhof die Bibliothek des Arch. Landesamtes von Sachsen-Anhalt. Diese wurde gerade in neuen Räumen neu eröffnet. Ich melde mich an, werde von der Kollegin Frau Alferi herzlich begrüßt und suche das Buch, welches ich schon einige Zeit für unseren Wilderich durchschauen wollte. Orientierung in Bibliotheken ist für mich kein Problem und mit der Systematik habe ich mich schon vor einiger Zeit vertraut gemacht. Das anvisierte Buch mit der Signatur LB7/7/1103 wurde rasch gefunden und entpuppte sich als Broschüre oder Doktorarbeit. Der genaue Titel lautet:  Zum Stand der Diskussion über die Lage des mittelalterlichen Jagdhofes Bodfeld im Nordharz / Gerhard Köhler, Magdeburg, 2003, 83 Bl. : Ill.
Ich stieg hinauf bis ins dritte Stockwerk und dann noch hinauf auf die Galerie mit Blick auf das runde Dachfenster. Hier steht das  gemütliche Sofa, das ich zu Beginn bereits erwähnte. Habe ich es schon gesagt? Diese Bibliothek ist eine Präzenzbibliothek, ich kann die Bücher also nicht nach Hause nehmen. Das hat auch Vorteile. Man arbeitet vor Ort in der Zeit, die man hat und verschiebt es nicht auf morgen, übermorgen, auf das Wochenende… Kennen wir alle!

Thema heute: Ein königlicher Jagdhof

Es geht heute und wahrscheinlich auch das nächste Mal um den königlichen Jagdhof Bodfeld im Harz. Die Ottonen, die bei der „Wanderausstellung“ dabei waren, kennen die Gegend schon. Der Jagdhof mitten im Harz wurde wahrscheinlich unter Heinrich I. angelegt. Erste Erwähnung fand er 935 in der Vita Mathildis: Dort ist von der Krankheit Heinrichs und dem Tod in Memleben die Rede. Die erste Urkunde wurde am 19.09. 944 ausgestellt. 29 Urkunden folgten an diesem Ort, davon 21 im Sept. (Rotwildzeit). Als Actum Bodfeld  taucht der Ort in den Urkunden auf. Ebenso erwähnt wurde der Jagdhof Siptenfelde.

Unter Heinrich II. ging der Wirtschaftshof Bodfeld an das Kloster Gandersheim im Tausch gegen Besitzungen des Kloster im Herzogtum Franken, die Heinrich für den Aufbau des Bistums Bamberg brauchte. Der Jagdhof  Bpdfeld muss allerdings weiter im könglichen Besitz verblieben sein, denn hier jagten weiterhin die salischen Könige. Die letzte Urkunde wurde 1068 von Heinrich IV. ausgestellt, aber 1194 tauchte der Ort als loco qui Botvelde dictur noch einmal auf und bezeichnete die Stelle, an der Heinrich der Löwe auf seinem Weg nach Saalfeld vom Pferd fiel. Aber wo ist dieser Ort ? Dazu kann Köhler keine Erkenntnisse aufzeigen, nur Vermutungen äußern. Soweit meine gestrigen Recherchen zu Bodfeld bei Köhler. Die Wiki. scheint hier schon weiter …

Für Heute das Bibliothekstagebuch Euer Isí

Die Arch. Bibliothek Halle hat auch eine Internetseite.