Winterklausur 2017

Nächtlicher Blick auf die Stiftskirche Drübeck

Die erste Veranstaltung im Jahr 2017 diente der Besinnung. Wir waren wieder auf Winterklausur im Kloster Drübeck. Unser Küchenführer „kitchen-Guide“ wurde weiter auf die lange Bank verschoben. Aber aufgeschoben … ! Steinschleudern nimmt eine geringere Rolle ein. Wir haben eine Menge Planung gemacht, die Burg Hohnstein besucht (dazu bald mehr), im Kloster-Café gesessen. Es war doch schön, oder? Die nächste Winterklausur im Jahr 2018 soll übrigens in Bad Doberan stattfinden.

Euer Isidorus

Huysburg: Ein Wochenende im Kloster

Ich habe eine lange Zeit (seit November) nichts mehr in der Ottonenzeit geschrieben. Es war ein wenig wie Winterschlaf.  Aber es gab auch ein paar unschöne Ereignisse, die mich sehr betrübt haben. Einige gute Nachrichten gibt es dagegen von der Turmhügelburg Lütjenburg, die ihre Internetseite erneuert hat. Ehrlich gesprochen, habe ich mich noch nicht damit anfreunden können. Für Burgbelebungsgruppen gibt es die Nachrichten, dass die Burg ihren Obulus pro Nase (keine Kindernasen) auf drei Euro gesenkt hat. Die Burg ist auch schon wieder ganz schön ausgebucht. Ob es Ottonen in diesem Jahr auf der Burg geben wird, kann ich noch nicht sagen. Morgen fahren wir ins Kloster Drübeck zur „Winterklausur“ unseres kleinen Vereins. Da werden wir es u.a. besprechen. Wir waren dieses Jahr übrigens schon einmal in einem mittelalterlichen Kloster, davon handelt Annettes Bericht:

Die Klosterkirche der Huysburg

Schon zum wiederholten Male fanden vom 26. bis 29. Januar 2017 „Klostererfahrungstage“ auf der Huysburg bei Halberstadt statt. Eingeladen hatte der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Magdeburg.

Um „Erfahrung“ sollte es vorrangig gehen, das klang spannend. Die Teilnehmer waren in der Mehrzahl „Kulturlandschaftsführer*innen“, die der Landesheimatbund ausbildet. Klöster bilden einen prägenden Teil unserer Kulturlandschaft (allein im Harzgebiet gibt es 20), sie sind somit ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Aber es sollte nicht nur um das kulturhistorische Erbe, sondern um das Klosterleben gehen.

Das Benediktinerkloster Huysburg bestand seit 1080 bis zur Aufhebung (Säkularisation) im Jahre 1804. 1972 wurde es wiedergegründet, so dass derzeit wieder Mönche in dem alten Gemäuer leben. Die Teilnehmer*innen waren eingeladen, am Lebensrhythmus der Mönche teilzunehmen. So begann für alle, die es rechtzeitig aus den Federn geschafft hatten, der Tag um 6 Uhr mit dem Nachtgebet (Vigil), als erste von 5 täglichen Gebetszeiten. Im Chorgestühl der romanischen Klosterkirche wurden gregorianische Gesänge im Wechsel gesungen. Auch im Tagesverlauf waren immer wieder Zeiten für Ruhe und Besinnung reserviert. Das Mittag- und Abendessen wurde, wie in Klöstern üblich, schweigend eingenommen. Dazwischen gab es Vorträge zum Klosterleben früher und heute, zu Stundengebet und Musik, eine Führung durch Kirche und Kloster sowie eine Exkursion in die umliegende Kulturlandschaft. Bruder Jakobus als promovierter Kunsthistoriker beantwortete in erfrischender und offener Weise alle fachlichen und persönlichen Fragen.

Eine lebendige Mönchsgemeinschaft

Der Abteikeller, in dem wir gegessen (und geschwiegen haben)

Heute ist die Huysburg eine lebendige Mönchsgemeinschaft und ein Tagungs- und Gästehaus, das keinen Komfort vermissen lässt. Räumlichkeiten und Veranstaltungen sind teilweise schon weit im voraus reserviert. Allen, die etwas über das Klosterleben erfahren möchten (das Wie und das Warum), sei ein Besuch auf der Huysburg empfohlen. Wer allerdings auf die „Linie“ achten muss, sollte sich eher zu einer Fastenwoche anmelden.

 

Der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. mit Sitz in Halle ist die Dachorganisation für zahlreiche regionale Kulturvereine. Mit 6000 natürlichen und korporativen Mitgliedern ist er eine Institution im Bereich der Kulturförderung, das Themenspektrum reicht von Regionalgeschichte über Sprache, Bau- und Musikkultur bis zu den Kulturlandschaften und dem immateriellen Kulturerbe (wie z. B. Bräuche, Sagen, Handwerkstechniken). Neben Kulturlandschaftsführer*innen werden Kulturbotschafter und Ortschronisten ausgebildet. Die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und Demokratie sowie Weiterbildung für interessierte Bürger gehören zu seinen Aufgaben.

Unter den Teilnehmern der „Klostererfahrungstage“ waren etliche „Wiederholungstäter“, die teils in diesem Jahr ihre Partnerinnen mitgebracht hatten („das nächste Mal musst du unbedingt mitkommen“). Die Mischung aus Wissensvermittlung und Stille hat allen gutgetan, so dass ein durchweg positives Fazit gezogen wurde. Wer nächstes Jahr am letzten Januarwochenende mit von der Partie sein möchte, wird sich rechtzeitig anmelden müssen.

Die Reste des Kreuzgangs

Annette Kreutzfeldt

Dieser Artikel erschien zuerst im HalleSpektrum. Unter dem Titel „tres culturas“ (drei Kulturen) stellt Hallespektrum in Anlehnung an die „Stadt der drei Kulturen – Toledo“ die kulturellen Wurzeln Europas vor, bestehend aus Judentum, Christentum und Islam.