Rutsch ins Jahr 2014

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Unser Ottonenschaf auf den Weg ins Jahr 2014 …

Im vergangenen Jahr ist so einiges passiert: Vieles ist ins Wasser gefallen, aber eine Hochzeit gab es, schöne Augenblicke mit den Ottonen und auch einen Abschied aus dem Hobby der Geschichtsdarstellung.

Heute hat das neue Jahr begonnen und es heißt vorwärts schauen. Was liegt an und wie wird sich die Ottonenzeit künftig entwickeln? Leben ist Veränderung. Und auch wenn wir ein Hobby haben, dass sich streng an den Wissenschaften der Historie und Archäologie orientiert, so ist davon doch nicht berührt, wie, wo und in welchem Rahmen wir unsere Rekonstruktionen vorzeigen. Besonders das Wandern in Gewandung, unsere Wanderausstellungen, die 2010 begannen, wird für uns eine Zukunft haben. Das Beleben von Freilichtmuseen wie Lütjenburg und Bärnau bleibt durch das Engagement von unseren Mitgliedern dort auch 2014 auf dem Zettel. Was darüber hinaus an Veranstaltungen möglich ist, steht noch in den Sternen. Wie bekannt ist, engagieren sich einige von uns auch beim Kämpferbund FFC und der wird im Jahr 2014 die Veranstaltung „Eisenwald“, Schlacht von Suentana, am 9. – 11. Mai 2014  im Erlebniswald Trappenkamp mitbestreiten. Informationen dazu auf der Seite des Erlebniswaldes. Wer in der Nähe wohnt, Zeit und Lust hat, wir empfehlen einen Besuch.

Auch soll 2014 der Schleuderersport, der 2012 mit den 1. Dt. Meisterschaften so einen hoffnungsvollen Start hatte, nicht vernachlässigt werden. Noch ist Termin und Ort nicht fest, aber 2014 soll es eine Neuauflage der Dt. Meisterschaften geben. Der Titelträger Silvio Vass möchte seinen Titel verteidigen. Teilnehmen können auch Nichtvereinsmitglieder, allerdings sollte das Steinschleudern bereits gut geherrscht werden. Weitere Informationen bald hier in diesem Blog.

Auch befreundeten Gruppen und Blogern möchte ich auf diese Weise ein gutes neues Jahr wünschen. Die Liudolfinger-Mannen haben mich in den letzten Jahren sehr stark beeindruckt. Macht weiter so. Und Markus von „Geschichte und soon Zeug“ und das Blog von Hiltibold habe ich in letzter Zeit viel gelesen. Wo nehmt ihr nur die Zeit her, Jungs? Diese drei sind namentlich genannt für viele andere, denen wir begegnen, die uns beeinflussen oder die wir beeinflussen. Auf ein Neues also!

Euer Isí

Das Vereinsbüro in Halle

100_7184Wir haben jetzt auch ein kleines Vereinsbüro mit einem angeschlossenen Kurs-, Seminar- o. Vortragsraum (Bild ganz unten, im Moment für Yoga genutzt). Sanitäranl. und kleine Küche sind ebenso vorhanden. Das Büro werden wir gemeinsam mit dem MZ-Geiststraße e.V. nutzen. Hier können auch Seminare und Winter-/Sommer-/Frühings-/Herbstklausuren veranstaltet werden.

Sprech- und Arbeitszeiten sind ab Nov. 2013 jeden Di. ab 17 Uhr, bitte über Feedback-Formular einen Termin vereinbaren!

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Der Kurs-/Seminar-/ und Vortragsraum

Euer Isí

 

Jubiläumsbelebung auf der Turmhügelburg

100_6611Und schon ist es wieder vorbei! Lange haben wir uns auf den Besuch und die Burgbelebung auf der Turmhügelburg Lütjenburg gefreut, siehe ausführlicher Bericht über die Burg, aber nichts ist von Dauer. Es waren wieder schöne Tage, leider diesmal nur mit kleiner Besetzung (aber mit vielen, vielen Kindern) und ohne befreundete Gruppen, aber die Freude ist natürlich groß, dass die Zusammenarbeit zwischen Ottonenzeit und Turmhügelburg Lütjenburg bereits 5. Jahre lang andauert und wir unsere 5. Burgbelebung gerade erfolgreich durchführen konnten. Bei Lis u. Hermann, bei Herrn Eller und dem gesamten Vorstand des Vereins „Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e. V.“ möchten wir uns für die schöne Zeit und die Unterstützung ganz herzlich bedanken. Jedes Jahr ist es ein bisschen anders, finde ich. Und ob es wirklich Werwölfe auf Lütjenburg gibt, tja, dass kann in diesem Blog, der sich der strengen Wissenschaftlichkeit unseres Hobbies verschreibt, auch nicht beantwortet werden.
Da es dort, wo ich gerade bin, ausgiebigst regnet, habe ich auch noch die Muße ein, zwei Impressionen von diesem Jahr einzustellen:

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Kräutergarten und Motte der Turmhügelburg Lütjenburg
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Die Hüter des Feuers – Im Gesindehaus der Turmhügelburg Lütjenburg
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Wir bauen ein Mühlespiel – vor dem Gesindehaus Turmhügelburg Lütjenburg
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Sommeridylle – vor der Motte der Turmhügelburg Lütjenburg
Abendstimmung vor der Schmiede der Turmhügelburg Lütjenburg

Das letzte Fotos ist von Torsten Mann. Herzlichen Dank. Allen diesjährigen Belebern sei am Ende auch noch gedankt. Und die sieht ihr alle hier:

Bis zum nächsten Mal auf der Turmhügelburg!

Euer Isí (oben ganz rechts)

Frühjahrsklausur 2013

ottonische Talglampenproduktion

Die diesjährige Frühjahrsklausur fand wieder in Gifhorn statt. Neben den alljährlichen Vereinsregularien (Jahresberichts, Kassenbericht, Vorstandswahl etc. … gähn) war es hauptsächlich ein gemütliches Treffen mit Gesprächen, Informationsaustausch und gemeinsamen Zusammensitzen mit Handarbeiten. Neben diesen kleinen Dingen gab es nur einen etwas größeren Programmpunkt: Die Herstellung von kleinen Talglampen nach Fund (sorry, da muss ich unsere Töpferin Sabine noch mal fragen), wie oben auf dem Foto zu sehen ist.

Auch der Vereinsnachwuchs war zugegen, was alle sehr erfreut hatte. Auch konnte uns  gastliche Haus in Gifhorn alle gut, reichlich und in aller Gemütlichkeit bewirten. Das Treffen zeigte mir wieder, vielleicht stimmen die anderen darin überein, dass wir mit unseren Hobby in erster Linie uns Freude bereiten wollen, wir erst dann zu einer stimmigen Außenwirkung kommen. Die Ottonenzeit ist in ein ruhiges Fahrwasser geraten, hat aber im vergangenen Jahr einen Haufen Mitglieder dazugewonnen und ist von Augsburg bis Kiel aktiv. Wir sind keine schnittige Jacht (um weiter in maritimen Metaphern zu reden), kein Schlachtschiff, sondern eher ein gemütlicher Handelsknoor (oder eine Dhau) auf beständiger Fahrt durch die Jahressaison.

Was will man mehr, Euer Isí

Schuhproduktion am Kachelofen, daneben „Stickhasenkram“

Augsburger Ottonenlager

Augsburger Ottonenlager

Ottonenlager in Langenneufnach (Bärenbachzeltplatz) bei Augsburg

Nach dem großen Ottonenlager in Weilheim 2010 und einem kleineren Ottonentreffen 2011 auf der Lütjenburg fand in diesem Jahr im Mai ein lange geplantes Ottonenlager bei Augsburg statt.

Es ist Frühlingsanfang im Jahre des Herren 1012, der erste Markt im Jahr zieht viele Menschen nach Augsburg. In der Nähe der Stadt treffen und lagern die unterschiedlichsten Menschen auf dem Weg zum Markt. Neben dem alltäglichen Lagerleben wird die Ausrüstung ausgebessert und Waren werden für den Verkauf vorbereitet. Auch Bewaffnete und Reisende kommen aus unterschiedlichsten Gründen in die Bischofsstadt.  Es ist wirklich nur eine kleine Reisegruppe, die sich am Bärenbach in der Nähe von Augsburg zusammenfand: Ein Miles mit Frau und Kindern, ein Händler aus Birka, ein Adliger mit Knecht, zu dessen Schutz der Miles mitreist, eine ottonische Stiftsdame, ein Jäger mit Frau und ein Gutsherr mit Frau, der einige Zeit in Diensten eines jüdischen Sklavenhändlers stand und von ihm ein arabisches Reisezelt (Jaima) erworben hat. Ein Sonnensegel wird aufgespannt und die Reisenden ruhen sich zwei Tage aus, bevor sie zum Markt nach Augsburg weiterziehen.

Soweit die Geschichte für unser Lager. Am Anfang stand etwas die Enttäuschung. Wir hatten mehr Darsteller und mehr Besucher erwartet. Doch sind wir nicht sehr viele ottonische Darsteller (oder ähnliches) und es ist klar, dass nicht jeder an jeden Termin kommen kann. Manchmal kommt auch spontan etwas Wichtiges dazwischen. Für die „Nordschiene“ ist die Anfahrt zudem sehr, sehr weit. Was die Besucher betrifft: Je weiter ein Lager von einer größeren Stadt entfernt ist, desto mehr Werbeaufwand muss betrieben werden, um Interessierte anzulocken. Wenn es ein ehrenamtliches Projekt wie dieses Ottonenlager ist, stellt sich von Beginn an die Frage, ob sich ein solcher Aufwand dann überhaupt lohnt und nicht von vornherein ein Privatlager zu planen ist, bei dem wir uns natürlich über jeden spontanen Besucher genauso freuen. So hatten wir nur wenige, aber sehr interessierte Besucher, die auch lange blieben und am nächsten Tag wiederkamen. Vom geplanten Programm haben wir immerhin eine abgespeckte Version geliefert.

Wir haben uns als Reisende tatsächlich ausgeruht. Es war ein schönes verlängertes Wochenende mit Erfahrungsaustausch mit ottonischen Darstellern. Wir führten Handarbeiten und Handwerk aus, probten Bögen und Schleudern und den Kampf mit Schild und Speer. Dazu gehörte auch ein Beschusstest auf eine genietete Kettenhaube. Viele von uns sehen sich oft nur einmal im Jahr und da ist diese Gelegenheit auch immer ein Treffen unter alten Freunden. Ganz klar! Für die gute Essens- und Getränkeversorgung ergehen viele, viele Pluspunkte an die Orga. Ebenso für den Platz und überhaupt für die Organisation. Ja, und am Ende vielen Dank an diejenigen, die uns so lieb bekochten!

Perspektiven für weiteres ottonisches Engagement für Augsburg und Königsbrunn wurden auch ausgelotet. Ein nächstes Ottonenlager im Süden könnte z.B. beim Lechfeldschlachtpavillon stattfinden. Dazu müßten Gespräche mit der Stadt und den Gruppen vor Ort geführt werden. Es ist auch noch nicht raus, ob unser Wilderich die Organisation ein weiteres Mal übernehmen möchte. Darüber wird noch zu reden sein. Wir verließen den Bärenbachplatz mit vielen traurigen Gefühlen und der schönen Erinnerung an drei Nächten und über zwei Tagen in der Ottonenzeit.

Ganz viele Fotos von dem Treffen gibt es hier ….

Euer Isí

Heerbann 2012

Das Schlachtfeld sah aus wie ein Saustall

Odo von Craien

Heerbann 2012

Der Heerbann ist vorrangig ein Kämpfertreffen, aber nicht nur …

Für uns ist der Heerbann in Berlin-Brandenburg schon  wieder vorbei. Aber einige von uns werden heute noch bis zum Ende bleiben und das schöne Wetter in Bruchmühle genießen. Sehr schade, dass wir nicht das Zelt aufbauen konnten (aber der Lebensunterhalt bzw. die Verpflichtungen anderen gegenüber gehen vor), denn das Wetter wäre unserem arabischen Zelt sehr entgegen gekommen. So haben wir die Gastfreundschaft der Templer-Komturey von Berlin und der Gruppe Liudolfinger-Mannen (Ottonen wie wir) in Anspruch genommen. Dafür ganz herzlichen Dank.

2007 fand der erste Heerbann in Berlin-Brandenburg mit ca. 184 Teilnehmern statt (auch schon eine stolze Zahl!), lt. Odos Zählung haben sich am diesjährigen Heerbann 2012 705 Teilnehmer  versammelt. Die Stimmung war ausgezeichnet und so habe ich das Gefühl, Odos Anliegen, die unterschiedlichen Gruppen und Gruppierungen innerhalb der Mittelalter-Szene zu einem (harmonischen) Lager zusammen zu schweißen, ist angenommen worden. Jeder akzeptiert den anderen (auch wenn in den Lagern trotzdem ein wenig über den anderen gelästert wird, wir sind ja auch nur Menschen) unabhängig davon, welcher Gruppierung man angehört oder welchen Glauben man hat. Es waren viel weniger Odin-Rufe als früher zu hören. Annette sah sogar Wikis mit Kreuzen.

Nicht nur ein Kämpfertreffen …

Heerbannn 2012

Das „Damenkränzchen“: Während die Kämpfer/innen sich austobten, gingen Damen (und Herren) ihren handwerklichen Tätigkeiten nach.

Natürlich ist der Heerbann vorrangig ein Kämpfertreffen (ca. 350 waren gemeldet), aber nicht nur: Es werden Workshops angeboten, z.B. Glasperlen oder Schleudern z.B., viele Händler bieten ihre nützlichen und weniger nützlichen Dinge an oder die Darsteller finden sich einfach zusammen wie z.B. beim „Damenkränzchen“, bei dem genäht, gestickt oder brettchengewebt wurde. Auch der „Mittelalterflohmarkt“ war ein Hit!

Natürlich überwiegt weiterhin die Kampfdarstellungen in allen Lagern, aber dieses Jahr hatte ich das Gefühl, dass es in Zukunft in Richtung eines „Familientreffen“ der Mittelaltergruppen in Berlin-Brandenburg (und Umgebung) gehen wird. Wir wissen, dass wir dort viele Freunde treffen werden und anderen wird es auch so gehen.

Heerbann 2012
Nicht nur das Schlachtfeld war belebt, auch die vielen Lager waren voller Darsteller, hier z.B. bei der Templer-Komturey

Und die Qualität der Darstellung ?

Hat sich bei vielen Gruppen erheblich gesteigert, so mein Eindruck. Bei einigen Gruppen ist es schön zu beobachten, wie sie die Qualität ihrer Darstellung im Laufe der Jahre gesteigert haben. Aber auch beim schönsten Treffen gibt es immer noch etwas zu kritisieren bzw. zu verbessern: Natürlich das übliche Problem von modernen Sachen, die in vielen Lagern noch zu sehen waren. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wenn die Keramik nicht immer passend ist, wäre ja nicht so schlimm, aber eines ist klar: Wikis (und andere) haben keine Bierflaschen gehabt! Viel schlimmer war die  Sache mit der “Helmpflicht”. Ich habe nur ganz wenig Fotos von Training und Kämpfen gemacht, habe aber überall Leute ohne Helm drauf (siehe z.B. ganz oben und das unterste Foto).  Was passiert, wenn jemand zufällig einen Kopftreffer bekommt und keinen Helm trägt, wißt ihr als Kämpfer selbst ganz genau.

Am Ende meiner diesjährigen Heerbannsblogerei das melancholische Bild eines Kämpfers, der sich plötzlich einsam, verlassen auf dem Schlachtfeld wieder fand.

Euer Isí

Heerbann 2012

einsam, verlassen?! Vielleicht überlegt er auch nur, warum die Leute, die auf ihn zustürmen, alle keinen Helm auf haben … ???

Frühjahrsklausur 2012

Steinsburg Frühjahrsklausur

Ein wenig Kaspar-David-Friedrich-Reenactment : Ottonen auf der „Akropolis“ der Steinsburg

Die Frühjahrsklausur 2012 gestalteten wir in Ruhe und Besinnung mit Rückblick auf das alte Jahr und mit Vorausblick auf Kommendes. Dieses Jahr fand das Treffen zwischen Bayern und Thüringen unterhalb der vermutlich keltischen Steinsburg im Hotel Waldhaus statt. Nach dem langen Winter war Zeit für Gespräche und Muße, so dass gar nicht viel Program geplant werden musste. Auch erledigen wir in diesen Tagen unsere notwendigen Vereinsregularien.

Wir genossen die thüringische Gastfreundschaft mit gutem Essen. Natürlich statteten wir dem Steinsburgmuseum einen Besuch ab. Es gehört zu den kleinen Museen, die viel zur Alltagsgeschichte und mit umfangreichen Fundgut (hier von der Steinsburg, ca. 100 vor unserer Zeit verlassen) glänzen. Wir staunten über umfangreiche Eisen und Schmuckarbeiten: Eiserne Nadel, eiserne Pflugschar, Schmuck und sogar Stempel für den Textildruck. Für unsere Schleuderer sind in einer Vitrine Schleudergeschosse aus Ton ausgestellt. Am Ende der Museumsausstellung gab es Funde von Altenrömhild-Rotemulde, die für uns interessant war. Hier gibt es den umfangreichen Ausgrabungsbericht.

Rotemulde wurde 799/800 von der Äbtissin von Milz an das Kloster Fulda übergeben und bestand bis ins 13. Jhd. (Neugründung als Römhild). Für eine Siedlung mit 24 Grubenhäusern mit Schwerpunkt Eisen- u. Textilherstellung war die „Häuslersiedlung“ ausgesprochen wehrhaft. Neben Pfeilspitzen fanden sich auch ein Schwertortband, Lanzenschuhe, sowie Stachelsporen (11. Jhd.). Interessant für die Alltagsausstattung ist auch eine eiserne Kelle (11. Jhd.), für die Frauentracht eine Bronzenadel (10./11. Jhd) und Glasfingerringe des 10./11. Jhd. Gerade dieser Teil der Ausstellung des Museum war auch für uns Ottonen relevant.

Rotemulde

Die Siedlung Rotemulde in der Rekonstruktion von Wolfgang Timpel aus Alt-Thüringen Nr. 29 (1995) S. 129 – 189

Kirche und Friedhof der Siedlung lagen im Westen, ein Mühle am Bach im Norden (beides nicht auf dem Bild) der Siedlung.

Nach der Museumsbesichtigung inkl. dem Einkauf einiger Rebliken stiegen wir, obwohl noch etwas winterlahm, hinauf auf die „Akropolis“ der Steinsburg. Hier entstand auch das Gruppenfoto. Ohne ottonische Kleidung erkennt uns ja ohnehin keiner!

Steinsburg Frühjahrsklausur

Ich denke, allen Vereinsmitgliedern und Freunden hat die Frühjahrsklausur Spass gemacht und eingestimmt auf die Ereignisse und Veranstaltungen in diesem Jahr, sozusagen vom Heerbann bis Hastings, von Bärnau bis zur „Wanderausstellung“.

Ich hoffe, ich sehe Euch oft wieder, Euer Isí

Wanderausstellung 2011

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Wie im Jahr davor, siehe hier, trafen wir uns zum Saisonabschluss wieder zu einer herbstlichen Wanderung. Der Teilnehmerkreis ist gewachsen, statt einer Handvoll Leute waren wir nun schon eine  kleine Wandergruppe von 13 Leuten und ein Baby im Bollerwagen. Möglich wurde dies auch durch die salische Verstärkung von der Lütjenburg. Herzlichen Dank! Eine kleine Fotoreportage folgt hier:

Dieses Jahr ging durch Blankenburg hindurch zum Michaelstein bis Volkmarskeller. Wir wollten, das gebe ich ehrlich zu, noch ein Stückchen weiter, warum es nicht klappte, verrate ich gleich. Zunächst stelle ich die Wandergruppe vor:

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 Das sind natürlich noch nicht alle. Diese beiden fehlen auf dem Bild:

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 Und so schaut eine ottonische Wanderausstellung aus, wenn sie in Bewegung ist:

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Es war ein herrlicher Herbsttag und wir kamen auf dem Marktplatz in Blankenburg an:

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Es ging weiter bis zum Michaelstein. Hermann erfand auf dem Weg das „Salisch Walking“:

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Und weil er so im Schwung war, eröffnete er uns kurz darauf das Ziel unserer Wanderung:

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Das ist doch gut zu schaffen! Aber nur, wenn es zwischendurch erholsame Pausen gibt, z.B. hier am Michaelstein:

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Wir waren ein begehrtes Fotomotiv. Zum Kloster gibt es hier einiges zu lesen. Wir stärkten uns, sonnten uns und nach der Pause ging es hinein in den Harz:

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Über Stock und Stein, immer höher hinauf. Bis wir merkten, wir haben uns verlaufen und hätten einen ganz anderen Weg nehmen müssen. Es ging wieder zurück:

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Unser Ziel war nun Volkmarskeller. Weiter würden wir für heute nicht kommen. Im Mittelalter hätten wir hier Schutz und Übernachtung gesucht.

Deswegen etwas über unser Ziel: Wahrscheinlich wurde die natürliche Karsthöhle bereits in prähistorischer Zeit genutzt, die erste nachweisbare Erwähnung des Volmarskellers erfolgte durch die Einsiedlerin Liutbirg in der Mitte des 9. Jhd:

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Nein, das ist nur unsere Stiftsdame Harlindia! Aber so konnten wir es uns gut vorstellen. Zufälligerweise ist der Volkmarskeller tatsächlich ein ottonisches Ziel, denn in einer Schenkungsurkunde unseres Königs Otto I. von 956 an das Stift Quedlinburg ist hier eine Michaelskirche erwähnt. Hier sind einige Grundmauern von der Anlage:

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Sie könnte so ausgesehen haben:

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Aber da das Kloster längst verfallen war, keine Einsiedlerin uns helfen konnte, hieß es  also für uns, den Heimweg anzutreten:

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Über Michaelstein ging es zurück nach Blankenburg zum Essen. Es war eine anstrengende Tour, auch durch unser historisches Schuhwerk, welches dieses Jahr bei allen gut durchgehalten hat, aber es hat allen viel Spaß gemacht. Auch für die Spaziergänger im Harz war die „Wanderausstellung“ sicher ein Erlebnis. Wenn ein ganzer Zug Ottonen durch den Wald spaziert, ist wie ein Blick wie in eine andere Zeit.

Wie letztes Jahr beendeten Sabine, Annette und ich (diesmal in Begleitung unseres Besuchs aus Tokio) das Wanderwochenende durch eine Einkehr in die Stiftskirche, um in der Krypta unter dem Westchor zur Ruhe zu kommen:

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Ich weise hier auch noch einmal auf die Ausstellung Schleierhaft über die Stiftsdamen in Gernrode gerne hin, die auch ausgezeichnet im Internet dokumentiert ist und dies auch hoffentlich noch einige Zeit bleibt. Wenn dann noch Zeit bleibt, empfehlen wir den Besuch des „Froschkönigs“, um wie „in alter Zeit“ einen Kaffee zu trinken, wenn auch nicht ottonisch. Für die Eiligen gibt es das hier: wanderausstellung16

Euer Isí

Fotos von Joachim, Lis, Hermann (Danke Euch!)

Schleudern auf dem Bauspielplatz Roter Hahn

Vom 20 – 21 August fand auf dem Bauspielplatz nahe Lübeck das diesjährige mittelalterliche Sommerfest statt. Geboten wurde ein breites Angebot. Schmieden, färben. spinnen, schnitzen, Pfeil und Bogenbau, Steinschleudern, Zinn gießen uvm. Und natürlich Steinschleudern ! Genau aus diesem Grund waren auch wir mit einem kleinen Lager vor Ort. Wir, das waren Lis, Hermann, Jens und ich. Und natürlich Gregor und Felizitatze.

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Wir hatten angeboten, das Steinschleudern den Besuchern hier etwas näher zubringen. Zu diesem Zweck bauten wir einen Infotisch übers „Schleudern – Damals und Heute“ auf und steckten unseren Schussbereich (20 und 30m) ab:

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Der Info Tisch war dann auch wirklich eng umlagert:

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Nicht nur Besucher kamen, auch die Leute vom Bauspielplatz und aus anderen Lagern zeigten reges Interesse an der Schleuderei:

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Und geschleudert wurde dann auch reichlich. Wir begannen mit der Sonne im Gesicht und hörten auf, als sie uns im Nacken brannte

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Und während die einen sich um denn Nachwuchs kümmerten….

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……waren die anderen fleißig am Ball holen:

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…und wieder andere genehmigten sich erstmal einen kühlen Trunk:

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Es war ein wirklich sehr schönes Wochenende. Sehr gerne kommen wir nächstes Jahr wieder. Und vielleicht gibt es ja noch ein paar Ottonen die sich uns anschließen möchten. Platz für ein größeres Lager gibt es auf jeden Fall.

logo-sl2.jpg Jaegoor

Hier noch ein paar kleine Filmchen für Euch: