Ottonenpark im Norden Sachsen-Anhalts geplant

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Ottonische Märchentante – Das wird es bald auch in Sachsen-Anhalt geben

Heute früh am 1. April flatterte uns  eine Presseerklärung des für museale Belange zuständigen Ministeriums  Sachsen-Anhalts ins Haus. Nach dieser Erklärung ist ein neues Freilichtmuseum, der sogenannte „Ottonenpark“ im Norden Sachsen-Anhalts geplant: „Drei Standorte stehen dazu zur Auswahl. Anfang Mai wird der Favorit bekannt gegeben. Mitte September soll mit dem Bau begonnen werden“, so der zuständige Minister in seiner Erklärung, „Dazu werden wir die vorhandenen Kräfte im Land bündeln müssen. Einige Standorte werden wir dafür aufgeben. Andere sind schlicht unsinnig.“ Genaueres schrieb der Minister allerdings nicht. Es ist aber keine Geheimnis, dass er besonders mit einem Standort nahe Sangerhausen sehr unzufrieden ist. Der wird wohl fallen müssen.Details zum „Ottonenpark“ werden in der Presseerklärung auch genannt, und das ist viel interessanter für uns als mögliche Standorte oder Standortschließungen. So soll es

  1. „kein Experimentiergelände werden“
  2. übliche Klischees wie Holzhütten sollen vermieden werden oder nur am Rand aufgebaut werden
  3. die Bauzeit soll innerhalb von 5 Jahren erfolgen
  4. „der Glanz des ottonischen Kaisertums“ soll mit Steinbauten offenbart werden, dazu wird es auch Fördermittel vom Bund geben
  5. die pädagogische Arbeit soll weniger aufs Alltagsleben, sondern auf die Funktion der Herrschaft und des Kaiserhauses im Mittelalter fokusiert werden. „Dadurch soll auch dem jungen Besucher klar werden, das Herrschaft legitimiert ist und deswegen geachtet werden muss. Damit erhoffen wir uns auch einen Bezug zum Heute. Aufgabe von Politik klarzumachen und das Politik und der Politiker mehr Achtung verdient“, so schreibt das Ministerium zur zukünftigen pädagogischen Ausrichtung.
  6. Vorbilder der Bauten für den „Ottonenpark“ werden ottonenzeitliche Bauten oder ihre Rekonstruktionen aus dem ganzen Bundesgebiet mit Schwerpunkt auf Mitteldeutschland. „Hier pocht ohnehin das Herz des Ottonentums“, wie es der Minister so schön ausgedrückt hat.

Wir dürfen gespannt sein. Ich stehe jetzt wg. diesem spannenden Projekt in Schrift- und Telefonkontakt mit den Verantwortlichen. Aber wie wir es bereits an den Ausstellungsprojekten in Magdeburg und den dortigen „Otto-Festen“ erlebt haben, ist unser Fachwissen und unsere Erfahrung wenig gefragt.  Anscheinend hat man für die Recherche einen wenig erfahrenen Historiker, der bisher mit Mediavistik wenig zu tun hatte, und für die Ausführung einen „Mittelalter“-veranstalter, mit dem die zuständige Referentin aus dem Ministerium „näher befreundet“ ist, ins Ottonenpark-Team geholt. Letztere ist mir persönlich bekannt. Kurzer Anruf brachte mir einen Anraunzer an. „Aufn Feuerrumgebrutzle wirds im Oddopark nicht gebe, da wird feudale Hofhaltung gemacht. Für die Kleidung haben wir eine Kostümbildnerin vom Theater, die wird das schon richtig machen. Die wird außerdem von Magdeburger Museum und Herrn Rapper aus Sangerhausen beraten. Und für die Hüdde, habe wir ein paar Arbeitslose im Kiddel, eigentlich brauche wir euch nich …“ Dann nicht, an dem Punkt habe ich das Telefonat beendet. Es wird wohl einen „Ottonenpark“ ohne uns Ottonen geben. Schade!

Euer Isí

 

Noch bis 9. Dez.

Noch bis zum 9. Dez. 2012 ist Gelegenheit die Ausstellung in Magdeburg zu besuchen. Aber wie ich schon sagte, ist es keine Ottonenausstellung, sondern eine Ausstellung über das Kaiserreich bis Otto I. Es sind einige Darsteller bereits sehr enttäuscht von der Ausstellung wieder nach Hause gefahren. Bitte informiert Euch noch einmal vorher über das Motto der Ausstellung um das zu vermeiden. Auch meine Rez. über den wiss. Begleitband bei Chronico ist dazu hilfreich. Schöner für viele von uns ist wahrscheinlich die Ausstellung Pracht auf Pergament. Wer es nicht schafft, über den Link sind viele der Handschriften digital zu bekommen. Ein unglaublicher und praktischer Service. Ganz, ganz herzlichen Dank liebe Ausstellungsmacher!

Euer Isí

Lange Kaisernacht zu Ottos 1.100. Geburtstag

Kulturhistorisches Museum Magdeburg lädt am 23. November anlässlich des runden Geburtstags Kaiser Ottos des Großen zur „Langen Kaisernacht“.
MAGDEBURG. Es ist soweit: Am 23. November feiern die Stadt Magdeburg und das Land Sachsen-Anhalt den 1.100. Geburtstag Ottos des Großen. Dieses besondere Jubiläum würdigt das Kulturhistorische Museum Magdeburg am Freitagabend, 23.11.2012, mit einer „Langen Kaisernacht“. Den Auftakt zur großen Geburtstagsfeier bildet um 19 Uhr der Festvortrag des renommierten Mittelalter-Historikers Prof. Dr. Gerd Althoff im Kaiser-Otto-Saal. Der Wissenschaftler der Universität Münster wird unter dem Titel „Otto der Große. Perspektiven auf einen hochmittelalterlichen Herrscher“ über die sich wandelnden Bewertungen der Person Ottos des Großen in der Geschichtswissenschaft seit dem 19. Jahrhundert sprechen. Der Eintritt ist frei.
Ab 20 Uhr öffnet dann das ganze Haus, einschließlich der Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“, seine Pforten zur langen Nacht. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Die Karten sind an der Abendkasse erhältlich. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein buntes Programm: Für Momente voller Spannung sorgt gleich zu Beginn der Gaukler Zipano aus Leipzig, der die Gäste mit einer stimmungsvollen Feuershow begrüßt. In einem extra im Museum eingerichteten Sonderpostamt kann an diesem Abend die Kaiser-Otto-Sondermarke der Deutschen Post mit einem Sonderstempel erworben werden. Eine kleine Modenschau in Zusammenarbeit mit der Schule für Mode & Design (vill-a-rte g. GmbH) stellt die Gewänder von Kaiserinnen und Kaisern in verschiedenen Epochen vor. An seinem Ehrentag wird selbstverständlich Otto der Große persönlich anwesend sein: Verkörpert durch den Schauspieler Bernd Kurt Goetz von der Compagnie Magdeburg 09, wird der Kaiser an seinem 1.100. Geburtstag wichtige Ereignisse seines Lebens Revue passieren lassen. Umrahmt wird das Programm mit Musik aus der Zeit Ottos des Großen, vorgetragen vom Ensemble Cantilena Aurea aus Leipzig.
Neben halbstündlichen Führungen durch die Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“, unter anderem durch den ehemaligen Direktor der Magdeburger Museen Prof. Dr. Matthias Puhle, lädt das Museum für Naturkunde in seiner neuen Ausstellung „Wunder des Lebens“ zu einer Schatzsuche und Entdeckungsreise für Kinder. Einblicke in die Museumsarbeit hinter den Kulissen gibt Dr. Michael Buchwitz, der modellierte Felslandschaften des Harzes sowie mächtige Baumabgüsse mit Höhlen für Tiere als Teil der im Aufbau befindlichen neuen Schau „Lebensräume Sachsen-Anhalts“ vorstellt.
Noch einen Monat lang sind bis zum 9. Dezember rund 350 überaus hochkarätige Exponate aus 17 Ländern, darunter aus Rom, Paris, Moskau und den USA in der großen Landesausstellung in Magdeburg zu sehen, die sich im Jubiläumsjahr Ottos des Großen der faszinierenden Entwicklung des europäischen Kaisertums von Augustus bis zu den Herrschern der Ottonen widmet.
Das ausführliche Programm und alle weiteren Informationen finden Sie unter www.otto2012.de

Euer Isí

Felix und das Geheimnis der Kaiserkrone

Illustrierter Kinderkrimi in der Ottonenzeit

Ich habe ich mich sehr darüber gefreut, dass zu der diesjährigen „Otto-Ausstellung“ in Magdeburg ein Kinderbuch erschienen ist. Das ist mir auch ohne Probleme zugesandt wurden, selbst als kleiner Ottonen-Bloger wurde ich sehr verwöhnt, Pressemappe und Datenstick mit allen Details gab es obendrauf. Vielleicht gab es bei der Präsentation des Buches auch Sekt und Schnittchen, ich weiß es nicht, als Sahnehäppchen war zumindest der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Herr Haseloff dabei, und das ist bei der Vorstellung eines Kinderbuches doch eine bemerkenswerte Sache.

 

Haseloff Kinderbuch

Foto: Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Doch ist der Ministerpräsident nicht die Hauptperson, sondern ein Junge mit Namen Felix und sein Ausflug in die Zeit von König Otto I. Das Hinabtauchen in eine fremde Zeit, sei es durch Technik, Vorstellung oder Traum, ist ein Mechanismus, den die Schüler der Latina A.h.F. in Halle bereits 2001 für einen Schülerwettbewerb anläßlich der ersten „Otto-Ausstellung“ benutzt haben und den 1. Preis gewannen:

Schülerprojekt 2001 : Bibinautika trifft Otto I.

Die Autorin Caroline Vongries und der Illustrator Albrecht Hagen kamen auf eine ähnliche Idee und setzten sie auf eine sympathische Weise um. Das Buch ist etwas größer als Din A4, besteht aus 11. Abschnitten, die jeweils mit mehreren ganzseitigen Abbildungen illustriert und zudem mit sachlichen Erklärungen ergänzt wurden. Die Zielgruppe würde ich vom Vorlesealter bis ca. 10 Jahren ansetzen.

 

Felix und das Geheimnis der Kaisekrone

Foto: Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Kurz der Inhalt: Der Junge Felix, der seine Freundin Emma sehr vermißt, wird in die Zeit Otto des Großen versetzt und mehr noch: Er wird Page im Dienste des Königs des ostfränkischen Reiches (auch wenn der Begriff Page erst im 13. Jahrhundert im Frz. auftritt, liebe historische Berater, und war genauso wenig bekannt wie Knappe) und reist in dieser Funktion mit zur Kaiserkrönung 962 nach Italien. Er erlebt natürlich viele Abenteuer, löst das Rätsel um die Kaiserkronen und findet Freunde. Mitten in der Krönung von Adelheid und Otto I. wacht er auf und kehrt in seine Zeit zurück. Es ist das Mobiltelefon, seine Freundin Emma hat angerufen und sie hat eine Überraschung für ihn.

Das ist alles sehr spannend erzählt. Der Zielgruppe entsprechend auch kindgerecht aufbereitet. Über die Art der Illustration kann man sich streiten. Mir gefällt der dynamische und lebendige Strich des Künstlers Albrecht Hagen sehr.

 

Albrecht Hagen

Foto: Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Was mich allerdings sehr gestört hat, ist die Vermittlung eines romantischen Mittelalterbildes. Ritter (die es noch nicht dieser Form gab), mächtige Burgen (auch die noch nicht vorhanden) und edle Herrscher (die hat es nie gegeben, nur machtbewußte und oft gewissenlose Könige). Dazu paßt die Sprache in der mündlichen Rede, die vielleicht auf dem Mittelaltermarkt in Magdeburg passend ist, aber nicht zum historisch korrekten Kinderbuch passt, was „Felix“ doch im Großen und Ganzen sein möchte. Gut, dass ich mich selbst dran erinnere: Es ist ja ein Kinderbuch. Deswegen möchte ich auch nicht an jedem kleinen Punkt herumnörgeln, obwohl ich der Ansicht bin, dass die historische Fachberatung sehr großzügig war. Gerade als Geschichtsfan hätte Felix wissen müssen, dass ein Ausflug in die Zeit Otto des Großen gefährlich war und sehr unschön hätte enden können.

Es ist weder uns, noch den Kindern und und schon gar nicht dem historischen Stand der Forschung über die Ottonen gedient, wenn wir die über 200 Jahre romantische Illusion von „Ritter oder Prinzessin“ (Pressemappe) aufrecht erhalten. So ist Felix nur das Bild von Erwachsenen, wie ein Kind sein sollte, dass in die Zeit Ottos versetzt wurde. Das hat nichts mit dem realen Bilde eines Kindes dieser Zeit zu tun. Ich denke, mit etwas weniger rosaroter Ottobrille wäre das Buch noch spannender und für Kinder noch interessanter gewesen. Der Geschichtsfan Felix wußte nämlich ganz genau, dass Männer wie Gero gefährlich waren, Herrscher wie Otto nur die eigenen Ziele gelten ließen, Herrscherinnen, Bischöfe und Päpste auch nicht ohne waren.

Dennoch gibt es vier von fünf Sternchen für das Buch, denn Otto finde ich schließlich und endlich auch gut.

Dösend am Lesepult, Euer Isí

 

Wer baute den Dom zu Magdeburg?

frei nach Brecht.

St.Gereon

St. Gereon Kodex auf dem Weg zur Ausstellung. Bildrechte:  Pressebüro Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Otto der Große und das Römische Reich“

…. Otto I. war es nicht. Er ordnete es höchstens an. Vieles an der Kirchenlandschaft in Magdeburg entstand ohnehin erst nach seiner Lebenszeit. Herr Puhle war es auch nicht. Auch wenn er manchmal so tut. Der langjähriger Leiter des Kulturhistorischen Museums Magdeburg und verantwortlich für die Magdeburger Ottomania wechselt nun ins Kultusministerium von Sachsen-Anhalt und wird dort verantwortlich für den Bereich Kultur und damit für alle Museen im Land. Hoffentlich agiert er dort mit sicherer Hand als bei der „Editha-Affäre“. Sein letzter Streich als Museumsleiter war die Ausstellung „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“, die ab heute, 27.08. 2012, bis zum 9. Dezember 2012 dem Publikum, dass sich von mächtigen Kaisern und ihren Hinterlassenschaften blenden lassen möchte, etwa 350 hochkarätige Exponate vorstellt. Anlass genug dazu ergab sich durch den 1100 Geburtstag des ersten kaiserlichen Ottos und des 1050. Jahrestages seiner Kaiserkrönung. Mit der Ausstellung soll das Entstehen, die Entwicklung des römischen Kaisertums und die Umwandlung dieser Kaiseridee zum mittelalterlichen Kaisertum von Karolingern und Ottonen nachzeichnen. Inwiefern das gelingt, mag der Ausstellungsbesucher entscheiden. Falls nicht, kann sich dieser mit wundervollen Kunstgegenständen und herrlichen Büchern (wieder ist die Magdeburger Ausstellung stark urkunden- und bücherlastig) trösten: Die erst kürzlich gefunden Insignien des Kaisers Maxentius, die frisch restaurierte römische Kaiserstatue aus dem Pergamonmuseum in Berlin, die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu aus dem Staatsarchiv Wolfenbüttel, der Chludow-Psalter aus dem Staatlichen Historischen Museum Moskau all dies und noch viel mehr ist zu sehen. Wer zu faul ist hinzugehen oder einfach zur Vor- oder Nachbereitung Bücher braucht: Zur Ausstellung gibt es einen reich bebilderten Katalog sowie ein Kurzführer. Zum wissenschaftlichen Begleitband habe ich bereits folgendes bei Chronico gesagt:

Kaisertum bei Chronico

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Ich freue mich darüber, dass es eine Ausstellung im weitesten Sinne zum Thema Ottonen gibt. Ich freue mich darüber, dass die Schau die Ottonenzeit wieder in den Blickpunkt rückt, ganz wie es Herr Puhle heute früh bei MDR Figaro sagte: „wir müssen dran bleiben an der Zeit der Ottonen“. Es wäre für jemanden, der den Alltag der Ottonenzeit versucht nachzustellen und zu rekonstruieren, ja unnatürlich, wenn ich mich nicht freuen würde.

Ich werde die Ausstellung dennoch nicht besuchen und kann hier die Gründe auch schildern. Wie bei dem Magdeburger Dom war es nicht nur ein Mann, der die Ottonenzeit gestaltete, mag Otto I. noch so viel Bedeutung für Magdeburg haben. Ich halte es für bedenklich, eine ganze Epoche auf das Wirken eines Mannes zu reduzieren. Nach der ganzen Aufregung um Editha frage ich mich ohnehin, warum es wieder Otto sein musste. Zudem wird so getan, als würde es sich um eine Mittelalterausstellung handeln. Das ist aber nicht richtig. Die Auseinandersetzung und die Entwicklung des Kaisertums ist eine Sache der Antike und dementsprechend sind auch viele der angekündigten Ausstellungsstück aus dieser Epoche. Die Entwicklung des römischen Kaisertums mag theoretisch sehr interessant sein und mit großen Interesse habe ich deswegen auch den wissenschaftlichen Begleitband gelesen (ja, von der ersten Seite bis zur letzten !), aber gibt das genug her für eine Ausstellung? Und wenn, interessiert das dann? Und welche Relevanz hat das bitte? Wird Geschichte wieder wie im 19. Jahrhundert auf die Taten der Herrscher reduziert. Ging Otto alleine nach Italien und wurde dort Kaiser? Wer bestellte zu Hause die Felder? Wer spann die Fäden, wer webte die Tuche, um Bauer, Edelmann und Kaiser zu kleiden? Das werden wir in dieser Ausstellung gewiss nicht erfahren. Die vom Geschichtsredakteur des MDR, Herr Nölke, heute früh angesprochene Urkunden- und Bücherlastigkeit der Magdeburger Ausstellungen hat mich bereits bei den zwei vorherigen Otto-Ausstellungen in Magdeburg ermüdet. Ich schimpfe ja oft und gerne über die Kunstlastigkeit des Landesmuseums in Halle, aber gelangweilt habe ich mich dort noch nie. Genau das befürchte ich bei der dritten Ottoausstellung aber. Von einem Erkenntnisgewinn ganz abgesehen. Ich liebe Bücher, aber der Gedanke an endlosen Vitrinen mit Urkunden und Büchern vorbeischreiten zu müssen, die ich nicht anfassen, in denen ich nicht blättern kann, macht mich schon ganz trübsinnig. Aber das ist nur eine museumsdidaktische Kritik.

Den Geldgeber das Museums aber möchte ich fragen: Müssen wir Geschichte auf einen Mann und auf die Institution „Kaiser“ reduzieren? Sicherlich ist es angemessen, dies zu erforschen, aber muss ein demokratisches Land dies auf diese Weise feiern und würdigen? Sind wir nicht längs darüber hinaus, die Geschichte vieler auf das Wirken eines einzelnen und seines Amtes zu reduzieren? Sicherlich hätte sich ca. 1874 Kaiser Wilhelm I. über diese Ausstellung maßlos gefreut und sich bestätigt gefühlt. Sind wir aber noch Preußen? Können wir uns mitfreuen? Etwas weniger Kaiser Otto und etwas mehr Mensch Otto und Ottonenzeit wäre wünschenswerter gewesen.

Und der Link zur Ausstellung ist

http://www.otto2012.de/

Euer Isí

Fahnensticken, Ottobuch …

An den besinnlichen Weihnachtstagen bin ich wieder zum Sticken gekommen. Dank unserer Stiftsfrau habe ich nun einen größeren Stickrahmen. Die Fahne nach Motiven aus dem Saint-Sever-Codex (1020) sieht nun so aus:

Fahne Wilderrich

Die Fahne ist etwa 70 cm lang und an der breitesten Kante etwa 40 cm breit, wenn ich mich nicht vermessen habe. Sie wird aber nicht bei mir bleiben, sondern geht nach Augsburg zu unserem Wilderrich. Ich hoffe doch, sie gefällt ihm …

Weitere Bilder der neuen Fahne sind hier zu sehen …

Es gibt ein neues Buch zur künftigen Otto-Ausstellung in Mageburg. Ich habe schon einmal einen Blick reinwerfen dürfen, und hier meine Meinung dazu in Chronico.

Noch vor dem Morgenrot, Euer Isí