Der 10. Heerbann in Berlin-Brandenburg

Heerbann 2008 mit viel Sonne
Heerbann 2008 mit viel Sonne

Seit 10. Jahren besteht der Heerbann als interne Großveranstaltung im Raum Berlin-Brandenburg. Gegründet wurde er, um die Berliner Mittelaltergruppen wieder näher zusammen zu führen. Seit 2008 sind die Ottonen dort als Teilnehmer mit dabei. Möchte ich ein Fazit ziehen, so brauchte ich nur am Wochenende in das Gesicht von Odo von Craien zu schauen: So locker und gelöst habe ich ihn während des Heerbanns selten erlebt. Er schaute erleichtert und zufrieden auf zehn Jahre zurück.

War der 10. Heerbann groß oder klein? Ich hatte das Gefühl, der Heerbann wäre im Vergleich zu den vorherigen etwas geschrumpft, und die Zahlen von Odo bestätigen das auch: Wir waren 540 Teilnehmer in diesem Jahr. Ich kann mich noch an 707 Teilnehmer erinnern. Aber nicht auf die Größe kommt es schließlich an.

Odo organisiert seit 10. Jahren den Heerbann
Odo organisiert seit 10. Jahren den Heerbann

Ganz bestimmt nicht! Die Qualität der Darsteller nimmt jedes Jahr zu, dabei ist es ein Kämpfertreffen (fast). Bei dieser merklichen Steigerung der Darstellung kann auf etwas Quantität ruhig verzichtet werden. Workshops gab es, einen kleinen internen Markt (der immer noch größer war als Vergleichbares auf „Mittelaltermärkten“) und natürlich die Kämpfe und Schlachten. Jedes Jahr wundere ich mich, dass die Jungs (und Mädels) heil wieder kommen. Und Odo atmet wahrscheinlich am Ende auf.  Das viele Kämpfer zu sehen sind wie sonst vielleicht nur bei den ganz gr0ßen Reenactmentschlachten (Hastings, Waterloo, etc.), leider zeitengemischt,  daran gewöhnt man sich irgendwie im Laufe der Jahre, aber das lebendige Zelt-(Heer-)lager ist jedes Jahr immer wieder imponierend. Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle wie gut die Stimmung ist. Das war f

Die Ottonen mitten im Zeltlager

rüher so und ist auch heute nicht anders. 2008 war, wie oben auf dem Foto zu sehen ist, von sommerlicher Wärme geprägt. 2016 im Jubiläum kam oft die Sonne heraus, aber wir befanden uns mitten in der Schafskälte, immerhin blieb es überwiegend trocken und das ist die Hauptsache. Odo drückte es so aus:  Das Bier war dieses Jahr gut gekühlt.

Was wäre das Fest ohne ein Bankett? Dazu bringen alle ihre Bänke und Tische auf den „Hauptplatz“ mitten im Lager. Wikinger, Ottonen, Hochmittelalterliche, Germanen, Slawen, Spätmittelalterliche bunt gemischt waren plötzlich mit Möbel unterwegs! Innerhalb von Minuten entstand ein Freilichtbankett, von dem die Galier nur träumen konnten (da sie ja nie die „freundlichen“ Legionäre aus der Nachbarschaft dazu eingeladen hatten). Schon am Morgen gab es Schnitttest an 5 Schweinen, die danach den ganzen Tag auf dem Feuer garten und nun serviert wurden. Danke an Rainer, den Schweinebräter. Das Bier mußte noch verteidigt werden, dann durfte Odo eine Rede halten. Besonders war Hagen zu danken, der uns die

Ottonischer Möbeltransport zum Bankett
Ottonischer Möbeltransport zum Bankett

Wiesen zur Verfügung stellte. Plötzlich stand eine Molle gefüllt mit leckeren Grillschwein auf unserem Tisch und wem dies nicht genug war, der konnte von Tisch zu Tisch gehen und sich an vielen Essen aus allen Ländern und allen (mittelalterlichen) Zeiten eindecken. Unsere mit Pfeffer gewürzten Käsebällchen (Ottonenbällchen) bekamen den Status „legendär“. Danke für das Lob! Es lag nicht an der Musik, dass sich die Runde lichtete, sondern eher an der Kälte, viele strebten zu ihren Feuern.

Der Heerbann-Sonntag ist stets vom Mittelalter-Flohmarkt geprägt. Es wurde verkauft, was nicht mehr gebraucht wird. Auch das in der Schlacht nun verkleidete Kämpfer auftauchten z.B. als Weihnachtsmänner, hat bereits eine lange Tradition. „Verkleidete“ verkleiden sich. Den besonderen Preis verdient der Kämpfer mit dem Bananenhörnerhelm.

Das Bankett mit Ottonenbällchen im Vordergrund
Das Bankett mit Ottonenbällchen im Vordergrund

Auch der 10. Heerbann mußte zu Ende gehen. Die meisten Teilnehmer konnten ihre Zelt trocken abbauen, wie ich hörte. Ein Termin für die 11. Heerbann (wahrscheinlich der 29-30.4.2017) ist schon festgelegt. Meine Vermutung, Odo würde es mit 10x genug sein lassen, hat sich also nicht bestätigt. Menschen, die es gut wissen müssen, bescheinigen ihm bei der Organisation eine Meisterleistung. Dem schließen wir uns gerne an. Fotos gibt es in Massen wieder beim Fotofloh.

Euer Isidorus

Fotos: 1. Isidorus 2.-5. Lis u. Hermann

9. Heerbann und 10. Slawisches Mittelalterfest

Foto: Jacob, mit freundlicher Genehmigung

Heute widme ich mich der Nachbereitung: Das waren doch zwei sehr unterschiedliche Veranstaltungen, die wir dieses Frühjahr bestritten haben. Die erste war eine große interne Veranstaltung, das Kämpfertreffen der berlin-brandenburgischen Mittelaltergruppen (und der weiteren Umgebung), kurz Heerbann genannt. Das zweite Event war ein Museumsfest mit großem Besucherandrang und mit dem für Mittelalterveranstaltungen eher seltenen Schwerpunkt auf die Kultur der frühmittelalterlichen Slawen.

Der Heerbann kleiner, aber feiner …

Den Heerbann besuchte ich dieses Jahr als Tagesgast, aber Vereinsmitglieder waren auch als Kämpfer vor Ort. Der Heerbann ist in erster Linie ein Treffen und eine Trainigsmöglichkeit der mit Waffenhandlungen und -darstellungen Beschäftigten. Der Charme dieses Lagers liegt aber auch in der Masse der Teilnehmer (dieses Jahr ca. 600, etwas kleiner als in den Vorjahren) und der Geschlossenheit des mittelalterlichen Bildes. Es ist ist ein internes Treffen ohne „störende Besucher“. Deswegen zieht es auch viele Fotografen an. Odo von Crain war wie jedes Jahr der Organisator und die gute Seele des Treffens und es ist imponierend, was er jedes Jahr leistet. Dieses Jahr ist es ihm meiner Meinung nach besonders gut von der „Templerhand“ gegangen. Mir fiel nichts auf, was mein kritisches Auge (besonders) störte. Der Gruppen waren alle von einer befriedigenden bis beeindruckenden Qualität. Alles, was man dem Heerbann einzig vorwerfen könnte, ist das sich (mittelalterliche) Zeiten und Kulturen bunt mischten. Dies macht aber auch den Reiz des Treffens aus, das keinesfalls die Absicht hat ein in sich stimmiges mittelalterliches Bild abzuliefern. Und natürlich ist der Besuch des Heerbanns auch ein Treffen von (alten) Freunden und Gleichgesinnten. Das war der neunte berlin-brandenburgische Heerbann. Der Jubiläumsheerbann im nächsten Jahr steht schon fest in unserem Kalender.

Weitere Impressionen von Foto-Jacob, bitte hier klicken…

Markt in Dissen: Grubenhäuser und Lager direkt am Dorfrand

Wir springen von Ende April bis Ende Mai. Das zehnjährige Jubiläum hat ein slawischer Mittelaltermarkt in der Niederlausitz gerade hinter sich.

Ein slawischer Mittelaltermarkt ?

oder ist das Fest in und um das Heimatmuseum in Dissen-Striesow nicht eher ein wundervoll stimmiges Museumsfest? Von der Qualität der Darsteller stand das Fest auf jeden Fall hochhaushoch über jedem herkömmlichen Mittelaltermarkt landauf, landab. Fest steht auch, wir sind noch nie auf einer Veranstaltung so freundlich und herzlich begrüßt worden. Das lag nicht nur an den vielen Vereinsmitgliedern und Freunden, die bereits vor Ort waren, und an der Fürsorge und der Herzlichkeit der Organisatoren, sondern es ist die Grundstimmung dort im Museum und im ganzen Ort Dissen. Fast alle machten nämlich mit! Ich könnte sagen, in Dissen herrscht ein reenactmentfreundliches Klima. Und das setzt Maßstäbe für die Zukunft.

Wie muß man es sich vorstellen? Hinter dem Dorfensemble aus Heimatmuseum und Kirche ist ein kleines slawisches Dorf mit Grubenhäusern, Bohlenwegen, Brücken und Palisadenwall entstanden. Trotz der Lage mitten im Dorf und der geringen Größe wirkt die Anlage sehr gelungen. Aber nun tobte dort an zwei Tagen das Leben!

Das Viernationen-Event

Die Weberin war (fast) den ganzen Tag fleißig.

Teilnehmer kamen aus vier Nationen: Tschechen, Polen, Sorben und Deutsche. Der slawische Eindruck überwog. Daneben gab es Wikinger-Händler, ottonische Besatzungstruppen, arabisch-jüdische Gewürzhändler und einen Wilderer und, und, und. Sogar ein ranghoher Normanne lief herum, der sich vielleicht an der letzten Spreeabfahrt verrudert hatte. Der ottonische Miles zog sich ständig aus, damit das Publikum sehen konnte, was ein Soldat des frühen 11. Jhds. so oben und unten herum trägt. Die polnischen Schlagedraufs zeigten eindrucksvoll, dass keine Brücke zu klein ist, um sich die Äxte auf die Helme zu hauen. Das Wetter war gut, die Stimmung hervorragend und das Publikum gehörte zu den interessiertesten, die wir je erlebt haben. Es zeigt sich, eine gute Veranstaltung mit guten Darstellern lockt auch interessierte Besucher an. Wir würden uns freuen, wenn wir das nächste Jahr wieder dabei sein könnten. Denn aus unserer Darstellersicht besehen, können wir Dissen 5 von 5 verfügbaren Sternen verleihen mit dem Prädikat „Darstellerfreundlicher Ort“. Das war redlich und hart verdient. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich!

Weitere Fotos in einer wundervollen Galerie von Michael Helbig in der Lauzitzer Rundschau, hier klicken … und zur gemeinsamen Geschichte von Ottonen und Slawen gibt unsere Zeitleiste einen guten Überblick, hier klicken …

Euer Isidorus

Der Heerbann 2013

100_6193Einer der schöneren Momente des Heerbanns, die Sonne kam am Sonntag heraus

… ist vorüber. Wir bedanken uns ganz, ganz herzlich bei Odo von Crain für seine Organisation, die viel Zeit und Mühen gekostet hat. Zwar waren wir Ottonen wieder nur eine Randgruppe, etwa knapp ein Dutzend (in zwei Gruppen) waren von uns da. Aber das Kommen macht uns trotzdem sehr viel Spaß. Und das erste Mal war es ein Heerbann, der fast etwas in Wasser fiel. Meine Schuhe können ein Lied davon singen, aber da es „Haus Meer“-Schuhe sind, blieben sie natürlich trocken.

100_6186Blick auf eine der großen Zeltstraßen, Zelte über Zelt von ca. 700 Teilnehmern

Es ist ein großes Familientreffen, ein Wiedersehensfest. Auch wenn es darunter auch mal einen gibt, den man nicht wiedersehen möchte. Aber das kommt vor. Die vielen, die man lange nicht mehr gesehen hat und trotzdem (und ohne Brille) wiedererkennt wiegen das dicke auf. Immer mehr wird auch der Heerbann zur „Reenactment-Messe“. Viele, viele Händler haben aufgebaut und boten dem Anfänger und Fortgeschrittenen ein umfangreiches Angebot an. Sie waren mit Ambiente und Verkauf auch sehr zufrieden, wie eine nicht repräsentative Befragung ergab. Im Durchschnitt konnte der unbebrillte Beobachter auch mit der Qualität der Darstellungen zufrieden sein. Sabine war auf ihrem ersten Heerbann sehr überrascht davon und ich denke, da haben sie auch eine Menge Leute inzwischen verbessert. Über die anderen decken wir den Mantel des Schweigens.

In erster Linie ist der Heerbann jedoch ein Kämpfertreffen. Und so domierten natürlich Linienkampf, Schlachtdarstellung, Bogenschützenturnier, Pferdeübungen und auch Schleuderer den Heerbann. Die von mir angemahnte Helmpflicht ist überwiegend eingehalten worden.

100_6180Die Schlachtreihen

100_6182Schlachtreihe aus der Nähe

100_6183Kämpferpause

 100_6196Die Ottonin und ihr neuer Scherenstuhl

100_6198Hans als „Touristendarsteller“: Kann ich ein Foto machen?

100_6177rbb-Filmteam, „Making-of“

Euer Isí

 

Heerbann 2012

Das Schlachtfeld sah aus wie ein Saustall

Odo von Craien

Heerbann 2012

Der Heerbann ist vorrangig ein Kämpfertreffen, aber nicht nur …

Für uns ist der Heerbann in Berlin-Brandenburg schon  wieder vorbei. Aber einige von uns werden heute noch bis zum Ende bleiben und das schöne Wetter in Bruchmühle genießen. Sehr schade, dass wir nicht das Zelt aufbauen konnten (aber der Lebensunterhalt bzw. die Verpflichtungen anderen gegenüber gehen vor), denn das Wetter wäre unserem arabischen Zelt sehr entgegen gekommen. So haben wir die Gastfreundschaft der Templer-Komturey von Berlin und der Gruppe Liudolfinger-Mannen (Ottonen wie wir) in Anspruch genommen. Dafür ganz herzlichen Dank.

2007 fand der erste Heerbann in Berlin-Brandenburg mit ca. 184 Teilnehmern statt (auch schon eine stolze Zahl!), lt. Odos Zählung haben sich am diesjährigen Heerbann 2012 705 Teilnehmer  versammelt. Die Stimmung war ausgezeichnet und so habe ich das Gefühl, Odos Anliegen, die unterschiedlichen Gruppen und Gruppierungen innerhalb der Mittelalter-Szene zu einem (harmonischen) Lager zusammen zu schweißen, ist angenommen worden. Jeder akzeptiert den anderen (auch wenn in den Lagern trotzdem ein wenig über den anderen gelästert wird, wir sind ja auch nur Menschen) unabhängig davon, welcher Gruppierung man angehört oder welchen Glauben man hat. Es waren viel weniger Odin-Rufe als früher zu hören. Annette sah sogar Wikis mit Kreuzen.

Nicht nur ein Kämpfertreffen …

Heerbannn 2012

Das „Damenkränzchen“: Während die Kämpfer/innen sich austobten, gingen Damen (und Herren) ihren handwerklichen Tätigkeiten nach.

Natürlich ist der Heerbann vorrangig ein Kämpfertreffen (ca. 350 waren gemeldet), aber nicht nur: Es werden Workshops angeboten, z.B. Glasperlen oder Schleudern z.B., viele Händler bieten ihre nützlichen und weniger nützlichen Dinge an oder die Darsteller finden sich einfach zusammen wie z.B. beim „Damenkränzchen“, bei dem genäht, gestickt oder brettchengewebt wurde. Auch der „Mittelalterflohmarkt“ war ein Hit!

Natürlich überwiegt weiterhin die Kampfdarstellungen in allen Lagern, aber dieses Jahr hatte ich das Gefühl, dass es in Zukunft in Richtung eines „Familientreffen“ der Mittelaltergruppen in Berlin-Brandenburg (und Umgebung) gehen wird. Wir wissen, dass wir dort viele Freunde treffen werden und anderen wird es auch so gehen.

Heerbann 2012
Nicht nur das Schlachtfeld war belebt, auch die vielen Lager waren voller Darsteller, hier z.B. bei der Templer-Komturey

Und die Qualität der Darstellung ?

Hat sich bei vielen Gruppen erheblich gesteigert, so mein Eindruck. Bei einigen Gruppen ist es schön zu beobachten, wie sie die Qualität ihrer Darstellung im Laufe der Jahre gesteigert haben. Aber auch beim schönsten Treffen gibt es immer noch etwas zu kritisieren bzw. zu verbessern: Natürlich das übliche Problem von modernen Sachen, die in vielen Lagern noch zu sehen waren. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wenn die Keramik nicht immer passend ist, wäre ja nicht so schlimm, aber eines ist klar: Wikis (und andere) haben keine Bierflaschen gehabt! Viel schlimmer war die  Sache mit der “Helmpflicht”. Ich habe nur ganz wenig Fotos von Training und Kämpfen gemacht, habe aber überall Leute ohne Helm drauf (siehe z.B. ganz oben und das unterste Foto).  Was passiert, wenn jemand zufällig einen Kopftreffer bekommt und keinen Helm trägt, wißt ihr als Kämpfer selbst ganz genau.

Am Ende meiner diesjährigen Heerbannsblogerei das melancholische Bild eines Kämpfers, der sich plötzlich einsam, verlassen auf dem Schlachtfeld wieder fand.

Euer Isí

Heerbann 2012

einsam, verlassen?! Vielleicht überlegt er auch nur, warum die Leute, die auf ihn zustürmen, alle keinen Helm auf haben … ???

Der Heerbann 2010

Ein schöneres (Darsteller-)Wochenende konnte man sich nicht vorstellen: Ich war auf dem Herrbann in Berlin-Brandenburg und bin schwer beeindruckt was ein Internes Treffen schaffen kann. Es waren insgesamt 530 Teilnehmer vor Ort. Workshops, an denen man sich beteiligen und Neues lernen konnte, waren reichlich vorhanden. Ich habe einen Böttcherkurs gemacht und Andreas war auch noch fleißiger. Er hat noch einen Schmiedekurs belegt. Die Kämpfer (z.B. unsere Liudolfinger Mannen) waren schwer am Schuften und mit sehr viel Freude dabei. Das Bild, das mir in Erinnerung bleiben wird, ist,  als sie zuletzt auf einander zu stürmten und alle Waffen fallen ließen und sich knuddelten. Ich war auch sehr von manchen Darstellern beeindruckt: Mit welcher Toleranz sie dort miteinander umgingen.

heerbann010.jpg

Das hat es für uns zu einer sehr angenehmen Veranstaltung gemacht.  Ich möchte nächstes Jahr wieder hin.
Wir haben dort viele Freunde und Bekannte wiedergetroffen.

Wir hatten eigentlich bereits beim diesjährigen Heerbann bereits vor, ein ottonisches Lager mit möglichst vielen Ottonendarstellern zu organisieren. Das hat leider aus unterschiedlichen Gründen nicht geklappt. Ich möchte gern versuchen, diesen „Ottonenteil“ des Heerbanns im nächsten Jahr noch einmal zu planen. Vielleicht haben dann mehr von uns Zeit und Lust.

Weitere Fotos vom Fotofloh,  Videos vom Schwertorden bei Youtube.logo010g.jpgEuer Maic

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Auf zum Heerbann

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Der IV. Heerbann 2010 findet am 24-25.04.2010 in Bruchmühle bei Berlin statt.

Von uns werden teilnehmen:

Ich hoffe, es wird ein so schönes Treffen wie im vorherigen Jahr. Diesmal ist sogar für abendliche Erholung bei angenehmer Plantscherei gedacht, denn die Zuberwölfin stellt ihre Badezuber auf. Viel Spass nicht nur beim Baden …

Vom Schleudern noch folgendes. Die Reise von Jaegoor verlief sehr erfolgreich. Die Kollegen auf dem Balearen haben sogar einen kleinen Bericht verfaßt, wer des balearischen Katalanisch mächtig ist, hier bitte weiterlesen…

Außerdem gibt es Jaegoors erstes Schleuderervideo bei Youtube…

logo010g.jpg  Bis bald und frohe Ostern, der Isí

Winterklausur – Rückschau

winterklausur1

Lindstedt, ein kleines Dorf in der Altmark war unser Treffpunkt für die erste Winterklausur der Ottonenzeit und Freunden, sowie dem Verein um Ulf Frommhagen, der sich um eine Restaurierung des Gutshof von Lindstedt und um eine Rekonstruktion der Turmhügelburg dort bemüht. Über eine verschneite Landstraße kämpften wir uns bis Lindstedt, kamen einigermaßen pünktlich und fanden auch den Gutshof am Rande des Dorfes gut. Mit dem Gemeindehaus wurde uns eine einfache, aber warme Unterkunft für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Ganz herzlichen Dank deswegen an unsere Gastgeber. Es dauerte durch den Schnee etwas, bis alle eintrafen und so verlebten wir einen Schneeabend mit Kennenlernen und Wiederkennenlernen. An Wulflongbow vielen Dank für die Freitagabendverpflegung!

Erst am Samstag begann das eigentliche Klausurprogramm mit der Begrüßung durch Maic von Huginn. Der Vormittag war der Innenschau und Reflektion gewidmet. Kurz gefasst: Was machen wir da eigentlich ? Es wurden Verbesserungen für den Kitguide Ottonik angesprochen. So kam der Vorschlag, Fotobeispiele von z.B. bestehenden ottonischen Darstellung neben historischen Abb. zu stellen, um zu zeigten, so könnte eine Rekonstruktion in der Praxis aussehen. Ein Austausch fand über Motivation der Darstellung und die Probleme der Vermittlung der Darstellung statt. Die Hemmschwelle, die in der Öffentlichkeit angesichts der historischen Darstellung vorhanden ist, haben wir sich alle bereits erleben können. Und will das Publikum wirklich nur aktionreiche Veranstaltungen? Jemand brauchte es mitten in der Diskussion auf dem Punkt: Was wir machen ist eine Gradwanderung zwischen Hofnarr und Ritter. Ist die Publikumsarbeit wirklich das Nonplusultra? Veranstaltungen wie der Heerbann in Berlin-Brandenburg ziehen viele, viele Darsteller (444 im Jahr 2009) jedes Jahr, die ganz ohne Publikum Training, Workshops und Begegnung erleben. Woran liegt der Reiz der internen Veranstaltung? Dabei kann es auch praktische Gründe haben, die Öffentlichkeit nicht dabei zu haben: Die Organisation einer internen Veranstaltung reduziert den Aufwand erheblich. Am Ende kamen die Problematik „Verein“ dran. Dieser bietet organisatorische und finanzielle Vorteile, stellt u.a. die Geschäftsfähigkeit einer Interessengemeinschaft her. Menschliche Dinge sollte man locker angehen, auch wenn es denen, an denen als Vorstände Ansprüche und Forderungen herangetragen werden, schwer fällt.

Am Nachmittag stellte Ulf Frommhagen das Projekt „Turmhügelburg Lindstedt“ vor.  Eine Datierung des jetzt vorhandenen Gutsensemble wird dadurch nicht leichter, da durch die amerikanischen Besatzungstruppen das gesamte Gutsarchiv verbrannt wurde. Anscheinend gab es aber zwei Adelsgeschlechter, die man als v. Lindstedt bezeichnen kann. Das erste Geschlecht zog auf Druck der Askanier berklausur2eits 1250 in Richtung Pommern ab. Das zweite Geschlecht, ursprünglich v. Sondersleben, dann v. Lindstedt, errichteten das 1705 erneuerte Gutshaus, das 1886 endgültig in bürgerliche Hand fiel. Bei einem Rundgang über das Gelände bekamen wir den alten Turmhügel gezeigt. Hier ist nicht klar, ob sich darauf ein Holzturm oder wahrscheinlicher in der Gegend ein Steinturm befand. Eine mögliche Rekonstruktion wird sich aber nicht am Originalstandort, sondern auf den Wiesen daneben befinden.

Der zweite Nachmittagsvortrag entführte uns zu den Burgen der Kreuzfahrerzeit in Syrien, Jordanien und Israel. Trotz der Tücken der Technik (leider funktionierte der Beamer nicht) bekamen wir ein sehr eindrucksvolles und (fast) vollständiges Bild der Burgen dort.  Besonders freuten wir uns über einen Eindruck der Burg von Schaizar, die wir aus der Autobiografie von Usama ibn Munquid kennen. Für den Vortrag bedanken wir uns bei Odo von Crain von den Templern in Berlin.

Das Abendprogramm bestand aus der praktischen Vorführung der frühmittelalterlichen Küche. Ein kleines Team hatte den Nachmittag (allerdings in einer modernen Küche) für uns gekocht und am Abend wurde als erster Gang eine stärkende Brühe, als zweiter Gang gefülltes Huhn mit zweierlei Wintergemüse, Kohl mit Speck oder Zwiebeln mit Honig, und als Nachtisch Bratäpfel mit Mandel oder Rosinen serviert.  Die klausur3Erklärung in Form eines kleinen Vortrag folgte am Sonntagmorgen: Dabei stellte es sich heraus, dass die Aussage, es gebe keine frühmittelalterlichen Vorlagen oder Rezepte zur Ernährung nicht richtig ist. Neben den Capitulares Karls des Großen und dem Lorscher Arzneibuch ist auch Apicius Kochbuch als Leitfaden für eine frühmittelalterliche oder ottonische Küche verwendbar. Die frühsten uns bekannten Exemplare sind aus dem 9. Jahrhundert und große Verbreitung erfuhren seine Rezepte durch die Küche der Äbte der großen Kloster, die separat von den Küchen der Klöster existierte, da hier auch Gäste und Besucher der Klöster verköstigt wurden, wie Annette von der Ottonenzeit und Maic von Huginn zusammen ausführten. Im Anschluss an diesen Vortrag wurde die Winterklausur 2010 der Ottonenzeit geschlossen. Ganz herzlichen Dank bei allen Teilnehmern. Einer Wiederholung steht meiner Meinung nach nichts im Weg. Ich würde mich freuen, wenn wir dafür wieder eine ähnlich große Teilnehmerzahl bekommen würden.

Euer To.

Beteiligte Gruppen und Vereine: 

Heerbann in Berlin-Brandenburg

Wie soll ich meine Eindrücke vom Heerbann in Berlin Brandenburg schildern ? Es war ein berlin-brandenburgisches Treffen, dass wurde auch schon durch die Dominanz des dementsprechenden Dialektes klar, aber es waren auch viele Gruppen aus angrenzenden Bundesländern da. Als Orga. fungierten Odo und seine Berliner Templer. Sie haben eine Supersache hingelegt.  Laut Aussagen von Odo waren über400 Teilnehmer da.  Überfüllt wirkte es dennoch nicht. Es war genug (schöner) Platz für alle zum Lagern da und es blieb dennoch genug Raum für eine „Arena“ und mehr. Der Sanitärbereich bestand aus Dixies und Gartenschläuchen: o.k, kann mal mit leben. Es gab keine Besucher, jedenfalls nicht off., und das war durchaus so gewollt. Es war ein internes Lager. Wer sich dennoch dorthin verirrte, wurde aber anscheinend auch nicht rausgeworfen.  Auf den Fotos ist das Fehlen von Besuchern auf jeden Fall wohltuend zu bemerken.  Ich hatte bislang immer große Vorurteile gegen interne Lager,  aber die sind hier fast restlos vom Tisch gewischt worden. Und die Teilnehmerzahl spricht immerhin auch Bände!

Ein Grund (zusätzlich zur Begegnung und dem gegenseitigen Kennenlernen) waren die Workshops. Hier war natürlich der Schwerpunkt das Training und die Kämpferei. Aber auch Jaegoors Schleudererworkshop (Flechten und Schleuderschießen) war gut besucht. Wir waren erstaunt, wie lange die Teilnehmer an der Sache dran blieben. Über den Besuch der anderen Workshops bin ich nicht informiert.  Auf der Heerbannseite sind sie alle noch aufgeführt.

Ach ja, die Schlacht: Es war das Training zum Teil interessanter zu beobachten als das anschließende Gefecht. Woran es lag, dass die „rote“ Wikiseite stets gewonnen hat, kann ich jetzt nicht genau sagen. Es gab da wohl einige Bogenschützen und Speerwerfer und sie waren insgesamt wohl auch mehr, was sich an den Flanken der Schildwälle bemerkbar machte. Es war bald langweilig zuzuschauen, den Jungs (und Mädels) hat es allerdings sichtbar Spaß gemacht. Und das ist das Wichtigste! Nächstes Jahr sollten wir uns als Schleuderer mit anmelden.

„Unser Zelt“ lag in der „Rue de Odo“, verkehrsgünstig. Der Heerbann nahm mich durch die Unaufgeregtheit und Gelassenheit der Teilnehmer, der guten Orga. von Odo, der tollen Stimmung und dem schönen Gelände (für die Strommasten kann keiner was) für sich ein.  Es war eine tolle VA und eine gute Gelegenheit für unseren Verein, etwas zu machen.

Meine Fotos vom Heerbann

Die Fotos vom Fotofloh

Ulis Fotos

Ein Video von der Schlacht

Euer Torsten