Danzig 997

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Danzig um 997, Reko.-Bild aus dem Meeresmuseum von Danzig

Danzig wird das erste Mal in der Lebensbeschreibung von Adalbert von Prag erwähnt, als dieser auf dem Weg zu seiner Missionsreise zu den heidnischen Prußen in der Hafenstadt Halt machte.  Er kam nach Danzig mit einem Boat, dass ihm Boleslav I. von Polen, zur Verfügung stellte. Als Begleitung hatte er 30 schwerbewaffnete Miles des Polen mit, die ihn sicher nach Danzig begleiten sollten. In der Hafenstadt feierte er eine Messe und taufte viele Leute, wie es in seiner Lebensbeschreibung heißt. Als Adalbert Danzig erreichte, war Danzig bereits ein zum Piastenkönigreich gehöriger Seehafen mit Kaianlagen, Handelsmöglichkeiten und ggf. Werften so wie auf dem Rekonstruktion oben zu sehen.

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Mit so einem slawischen Boot könnte Adalbert Danzig erreicht haben, Reko. aus dem Danziger Meeresmuseum
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Adalbert erreicht Danzig, Detail der Bronzetür im Dom von Gnesen, 12. Jhd.

Von Danzig brach Adalbert mit wenigen Begleitern und ohne seine polnische Bedeckung auf, um die baltischen Prußen (von denen es später zum Namen Preußen kam) zum christlichen Glauben zu bekehren.

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Bernsteinspielsteine aus dem Danzig des 10. Jhd., Malbork-Museum

 Der prußischen Sprache nicht mächtig und den Gebräuchen der Balten nicht kundig, war es klar, das dies eine Reise in den Tod bedeutete. Von den Prußen für einen polnischen Spion gehalten, wurde Adalbert erschlagen. Später erwarb Boleslav seine Überreste und ließ sie im Vorgängerbau des heutigen Doms von Gnesen bestatten. An seinem Grab betete im Jahre 1000 Kaiser Otto III.  auf seiner Polenreise. Aber das ist bereits eine andere Geschichte …

Euer Isí

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Blick von der heutigen Hafenausfahrt von Danzig auf die Ostsee