Burgbelebung Turmhügelburg 2014

100_6606Vom 4. bis 22. August 2014 bewohnen wieder die Ottonen die Turmhügelburg Lütjenburg im Nienthal. Der Höhepunkt der sogenannten Burgbelebung durch die Mitglieder und Freunde des Vereins Lebendige Geschichte e.V. wird die zweite deutsche Meisterschaft im Steinschleudern am 16. August sein.

Der Beginn

Wer hätte das gedacht, als „an einem Februarnachmittag, als freundliche Sonnenstrahlen den sonst so trüben Tag aus dem Lesesaal der Schulbibliothek vertrieben“ (Zitat aus der Schülergeschichte der Ursprungs-Ottonenzeit), das damit eine lange mittelalterliche Reise beginnt. An diesem Februarnachmittag des Jahres 2001 beschlossen Schüler des Landesgymnasium August Hermann Francke in Halle an einem Wettbewerb zum Thema Otto I. teilzunehmen und dafür eine Internetseite zu texten und zu gestalten, die heute noch im Netz steht (http://www.ottonenzeit.de/index-alt.htm). Das war die Geburtsstunde des Projektes „Ottonenzeit“, aus dem sich der „Lebendige Geschichte e.V.“ mit Mitgliedern von Kiel bis zum Allgäu entwickelt hat. Der Wettbewerb wurde gewonnen. Die ottonische Pfalz Tilleda wurde Teil des Projektes. Dort gestaltete die Ottonenzeit die Mittelalterfeste mit. Ab 2009, vom Schülerprojekt war nur noch der Bibliothekar übrig geblieben, ging die Ottonenzeit in ruhigeres Fahrwasser. Mitglieder hatten den Verein verlassen. Die Pfalz Tilleda benötigte „unsere Dienste“ nicht mehr. Es wurde Zeit für eine Neuorientierung.

Nicht mehr von der Burg wegzudenken

Wir kannten uns schon lange, die engagierte Turmhügelburglerin Lis Mann, und wir, werden sie später behaupten. In Wirklichkeit lief der Kontakt jahrelang über das Internet, aber getroffen haben sich die Mitglieder der Ottonenzeit und die Engagierten von der Turmhügelburg im wirklichen Leben nie. Das änderte sich mit der ersten Burgbelebung im Jahr 2009. Es war der Beginn einer wundervollen Freundschaft, denn seitdem sind die Mitglieder der Ottonenzeit nicht mehr von der Turmhügelburg wegzudenken. Sie kommen jedes Jahr für eine Burgbelebung, d.h. sie leben für mehrere Tage oder Wochen auf der Turmhügelburg, beantworten dort Fragen, machen kleinere Führungen oder betreuen auf andere Weise die Besuche, oder nehmen an den Festen der Turmhügelburg teil. Diese Verbundenheit wurde mit dem Vereinsbeitritt zu der Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e. V. im Jahre 2014 noch einmal verstärkt.

100_6596Ottonenzeitlicher Alltag auf der Turmhügelburg

Diesen August ist es wieder soweit. Die Ottonen ziehen auf die Turmhügelburg ein. Damit verwandelt sich die Burg alltags- und kleidungstechnisch in die Zeit des 10. und 11. Jahrhunderts. Am Besten passt dazu das Gesindehaus, dass einem Haus des 11. Jahrhunderts nachempfunden ist. Vorlage für dieses Wohn-/Stall-Gebäude ist die zeichnerische Aufnahme eines Gebäudes aus Schuby um 1000. In, neben und um dieses Gebäude passen ottonenzeitliche Kleidung und Alltagsgegenstände ganz ausgezeichnet. Wir leben Geschichte auf der Burg.

2. Deutsche Meisterschaft im Steinschleudern

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1. Deutsche Meisterschaft 2012

Aber die Ottonen haben dieses Jahr wieder etwas ganz Besonderes zu bieten: Das Steinschleudern. Diese Hirtenwaffe, durch die biblische Geschichte von David und Goliath allgemein bekannt, wurde von der Steinzeit faktisch bis heute verwendet. In der Antike war der Einsatz von großen Steinschleudererabteilungen fester Bestandteil der Militärtaktik. Aber auch im Mittelalter war sie nicht vergessen und taucht zusätzlich in ottonischen Handschriften auf. Während auf den Balearen, der Hochburg der Steinschleuderer, eine Liga ähnlich wie im Fußball besteht, fristet diese inzwischen zum Sport gewandelte Waffentechnik bei uns ein Schneewittchendasein. Einzig der Lebendige Geschichte e.V. richtet kleine Wettkämpfe aus und so findet dieses Jahr auf dem Gelände der Turmhügelburg Lütjenburg am 16. August (Samstag) die zweite deutsche Meisterschaft im Steinschleudern stand. Wer von den Ottonen dieses Jahr Schneewittchen wach küßt und Deutscher Meister wird, wird an diesem Tag in Zielschleudern auf 20 und 30 Metern ausgeschossen. Das Ziel heißt in Deutschland Ariane (in Spanien Diane) und besteht aus einer viereckigen Holzplatte mit einer runden Stahlplatte darauf. Natürlich können auch Schleuderer ohne Mittelalterhintergrund teilnehmen. Kenntnis und Handhabung der Waffe wird vorher vom Lebendige Geschichte e.V. geprüft. Zuschauer sind gerne gesehen. Auch für Erklärungen und kleine Einführungen in das Steinschleudern wird gewiss Zeit da sein. Ablauf und Regelwerk sind hier zu finden …

Euer Isidorus