Wikinger, El Argar und Minnegesang

So sehen Wikinger aus?
So sehen Wikinger aus?

Die Woche brachte in den Medien schreckliches und sehr erfreuliches. Zeit online mußte uns mit der Navigation der Wikinger beglücken und dazu ein Bild von einem Karnevalisten von den Shetlands posten. Ob das einer wissenschaftlich fundierten Geschichtsvermittlung dient? So etwas Schlechtes hätte ich von der „Zeit“ nicht vermutet, aber es gab auch ein gutes Beispiel: Über die bei uns fast unbekannte bronzezeitliche El-Argar-Kultur (vor einigen Jahren hatte Prof. Rische aus Barcelona in Halle einen Vortrag darüber gehalten) hat der Wissenschaftsresortleiter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Ulf von Rauchhaupt, zwei Artikel veröffentlicht, die einen ersten Einblick in die faszinierende und auch erschreckende Welt von El Argar geben: Der erste Staat des Westens und Macht ohne Schnörkel . Unbedingt lesen!

Auf der Turmhügelburg Lütjenburg ist auch wieder etwas los: Ab dem 22. August sind wieder Ottonen auf der Burg, aber vorher gibt es noch Minnegesang (bis wir da sind, hat sich der Regen dann hoffentlich verzogen):

„Wach auf mîn hort“
Minnesang und Geschichten aus alter Zeit

Auf eine Reise über 500 Jahre zurück in die Vergangenheit begeben sich die Minnesänger Holger Schäfer und Ralf Popken am 06. August 2016 um 19:30 Uhr und mit hoffentlich vielen Zuhörern in der Lütjenburger Turmhügelburg.
Holger Schäfer war bereits Minnesänger des Jahres in 2008 und 2012, im Mai 2014 erhielt er beim großen Falkensteiner Minne-Turnier den ersten Preis. Der sympathische Sänger zählt zu den ganz Großen seines Fachs. Auf dem Programm des bekannten Sängers mit der Harfe stehen mittelhochdeutsche Lieder der großen Minnesänger wie Walther von der Vogelweide, Ulrich von Liechtenstein, Oswald von Wolkenstein sowie deren Übersetzungen.
Ralf Popken ist ebenfalls ein weithin bekannter Sänger, Instrumentalist und Chorleiter, und tritt bereits seit mehreren Jahren mit Holger Schäfer zusammen als Minnesänger auf. Viele bekannte Stücke, wie „Tristan und Isolde“ oder „Parsival“ haben sie schon gemeinsam ihren Zuhörern nahe gebracht.
Auf den Spuren des „letzten Minnesängers“ Oswald von Wolkenstein begegnen uns Abenteuer, Legenden und unglaubliche Reisen. Ein Gang durch das Leben Oswalds, durch die Geschichte des Minnesangs wird dabei ebenso zu hören und erleben sein wie Geschichten und Legenden rund um die historischen Sänger und ihre Zeit. Harfen, Blockflöten, Dudelsack und allerlei andere Instrumente bringen die besondere Musik des Mittelalters zum Klingen.
Stimmungsvoll im Schein von Kerzen und Öllampen erwartet den Besucher in der festlich geschmückten Halle ein verzauberter höfischer Abend auf der Turmhügelburg.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre und wegen der immer größer werdenden Nachfrage, hat der Verein für 2016 erneut beschlossen, Karten bereits im Vorverkauf anzubieten. Es empfiehlt sich, diesen auch zu nutzen, denn die Besucherzahl ist wegen der vorhandenen Räumlichkeiten begrenzt. Als Eintritt für diese Veranstaltung bittet der Turmhügelburg-Verein um ein Burgopfer von € 8,00 im Vorverkauf (Mitgliedern € 5,00), Restkarten an der Abendkasse € 10,00.

So schauen heute Minnesänger aus
So schauen heute Minnesänger aus

Vorverkauf:  In der Tourist-Information Lütjenburg und Hohwacht gegen sofortige Bezahlung. Im Internet bestellen unter der e-mail „buchung@turmhuegelburg.de“. Sie werden dann mit einer Antwortmail informiert, ob noch Karten vorhanden sind und aufgefordert, den Betrag auf ein Konto zu überweisen, Nach Eingang des Geldes werden die Karten für Sie reserviert und liegen an der Abendkasse bereit.
Für Interessenten ohne Internet-Zugang: Unter der Telefonnummer 04381 – 3315 anmelden. Dort gibt es weitere Hinweise. Ohne vorherige Bezahlung werden keine Karten zurückgelegt.
Sollten alle Karten bereits im Vorverkauf vergeben sein, werden wir dies über Presse und Internet veröffentlichen, damit niemand umsonst anreisen muss. Für Getränke während der Veranstaltung ist gesorgt. Freie Parkplätze stehen auf den ausgeschilderten Parkflächen im Bunendorp in genügender Anzahl zur Verfügung. Die Turmhügelburg freut sich auf viele Besucher!

Euer Isí

In einer alten Synagoge

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„Ich habe noch einen Schlüssel in Barcelona“

So ein bißchen habe ich es immer für eine sephardische Legende gehalten: Es sollen die Familien nach der Vertreibung aus Spanien (1492) die Schlüssel ihrer Häuser behalten und sie über Generationen als Memoria weitergegeben haben. Jetzt habe ich im Museum acb (Call Association of Barcelona) diesen Schlüssel entdeckt (Bild links). Es ist zwar nicht der Schlüssel einer sephardischen Familie, sondern einfach ein alter Schlüssel, den man als Ausstellungsstück genommen hat, aber erzählt wird genau diese Geschichte. Neben Hörensagen habe ich davon im Buch „Sefarad“ von Antonio Muñoz Molina gelesen, das hat mich stark beeindruckt. Dies sind offenbar keine Einzelbeispiele, und nicht nur von Toledo und Barcelona wird über die „Schlüsselgeschichte“ berichtet, sondern es genügt eine oberflächliche Internetrecherche um weitere Beispiele aufzufinden: So blieb auch der Schlüssel der letzten Synagoge von Zamora in León in den Händen der sephardischen Familie Casim, die 1492 über den Hafen Barcelona die spanischen Königreiche in Richtung Syrien verließ. Die ganze Geschichte erzählt der mexikanische Wissenschaftler Carlos Zarur einer Zeitung in Zamora, hier nachzulesen … Wer des Spanischen nicht mächtig ist, dem kann ich noch zusätzlich zum Eingangssatz berichten, dass der Schlüssel zwar ein Familienerbstück der Casims ist, der ganz aus Sepharad (Spanien) stammt, aber von dem nicht ganz sicher ist, ob es sich um einen Hausschlüssel oder eben um den Schlüssel einer vergessenen Synagoge handelt. Der Historiker Jesús Jambrina stellte die Hypothese auf, dass dieses Familienerbstück zur Synagoge von Zamora gehörig sein könnte. Aber das muß nicht so sein.

Kehren wir nach Barcelona zurück. Zum Aufstieg Barcelonas vom Grafensitz bis zur großen Handelsstadt und Hauptstadt von Aragón-Catalunya trug auch die jüdische Bevölkerung der Stadt

Die alte Synagoge im Call nach der Renovierung
Die alte Synagoge im Call nach der Renovierung

maßgeblich mit bei. Während aber in Kastilien die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung erst 1492 mit der Vertreibung ihren großen Höhepunkt erreichte, war in Barcelona bereits mit dem Progrom 1391 Schluss. Obwohl Juden und Christen so lange Zeit friedlich zusammengelebt hatten,  wurde der alte und der neue Call, die Judenviertel von Barcelona, angegriffen und 300 Einwohner kamen zu Tode. Die übrigen mußten zum Christentum übertreten oder falls es Ihnen noch möglich gewesen war, fliehen. Zwar lebten auch noch weiterhin Juden in der Stadt, aber in kaum noch nenneswerter Anzahl oder als Konvertiten. Die alten Synagoge im Call wurde seitdem nicht mehr benutzt. Seit 1996 bemühte sich die Call Association of Barcelona um die Renovierung der alten Synagoge im Viertel und inzwischen wird diese auch wieder als Gotteshaus benutzt. Besonders berührt hat mich die Hochzeit eines canadischen Paares, die erste seit mehr als 600 Jahren, hier nachzulesen … Dazu muß man wissen, dass der Hass von Franco auf Mitglieder der jüdischen Religion fast genauso groß war wie der seines großen Vorbildes Franco. So war es erst nach der Diktatur möglich, dass wieder etwas jüdisches Leben in das Call eingezogen ist. In einer Zeit, in der immer mehr Hass auf andere Religion zu einer Art Modedroge wird, ist dies für mich ein starkes Hoffnungsszeichen. Neben der acb, kümmert sich übrigens auch eine Nebenstelle des Städtischen Museums um die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte im Call. Zudem kann man auf einem mit Hinweistafeln ausgestatteten Rundgang durch die jüdischen Viertel spazieren. Am Ende noch ein engl.-sprachiges Video zur Geschichte des Juden in Barcelona.

Euer Isidorus

Ein Fingerhut des 10. Jhd.

Fingerhut
Von der findigen catalanischen Hausfrau des 10. Jhd. empfohlen: Der Fingerhut aus Bronze

Darüber habe ich mir bei Näharbeiten lange Gedanken gemacht. Gab es bereits zu früheren Zeiten, speziell in dem von unseren dargestellten 10. und 11. Jhd. dieses wundervolle und fingerschonende Hilfsmittel, genannt Fingerhut? Schauen wir mal schnell in die Quellen, die hier herumliegen: In Müllers „Die Kleidung nach Quellen des frühen Mittelalters“ von 2003 wird nur kurz auf Nähtechniken (hier Haithabu) eingegangen und auf einen Fingerhut schon gar nicht. Schade, aber versuchen wir es in einem anderen Standartwerk.  Das ist die Gelegenheit auch mal in Kanias „Kleidung des Mittelalters“ zu schauen. Während Müller auf textliche und bildliche Quellen das Augenmerk legt, ist Frau Kanias Werk auf bildliche und archäologische Quellen ausgerichtet. Großen Anteil nimmt bei ihr die Rekonstruktion und dabei erwähnt sie auch ihre Materialien und Hilfsmittel von der Nadel bis zur Schneiderkreide. Einen Fingerhut erwähnt sie nicht, anscheinend im Zweifel, ob es diesen im Mittelalter gegeben hat. Nachdem die zwei in Buchform vorhandenen Buchquellen also kein Ergebnis gezeitigt haben und auch das „Lexikon des Mittelalters“ nur den Fingerhut als Pflanze abhandelte, versuche ich die Internetrecherche: Dort gibt es sogar eine ganze Geschichte des Fingerhutes, leider wird das Mittelalter insbesondere unser bevorzugter Zeitrahmen nur unzureichend erwähnt. Dabei verwundert es natürlich nicht, dass bereits die Römer Fingerhüte aus Bronze besaßen. Eine weitere Suche unter den spanischen Suchbegriff „DEDAL DE GUARNICIONERO“ erbrachte nicht nur den Google-Link zu den „Antigüedades medievales“ von 2006 mit einigen brauchbaren Hinweisen zu Fingerhüten ab dem 10. Jhd, sondern auch zu Direktlinks zu spanischen Museen, einen besonders schönen Fingerhut aus Jerez d.l.F. verlinke ich hier … Es zeigt sich, dass besonders im maurischen Spanien die römische Tradition des Fingerhutes aus Bronze nicht nur weitergeführt, sondern weiterentwickelt wurde.

Wir können Frau Kania daher beruhigen. Nicht nur in Hildegards Aussteuer befand ich ein Fingerhut zum Nähen. Auch die städtische Bevölkerung Barcelonas im fränkischen Einflussbereich benutzte den Fingerhut zum Nähen, wie mein (schlechtes) Foto aus dem historischen Museum der Stadt Barcelona (MUHBA, bitte nicht verwechseln mit dem Archäologischen Museum oder dem Historischen Museum Catalunya, auch beide in Barcelona) oben zeigt. Dieser ähnelt sehr stark den maurischen Fingerhüten, wirkt aber etwas grober. Spätestens mit den arabisch-jüdischen Händlern, die ab dem 10 Jhd. auch Mitteleuropa bereisten, sind orientalische Stoffe und arabische-antike Hightech wie Astrolabium und Fingerhut nach Europa gekommen. Das Überbleibsel der catalanischen Hausfrau und Hildegards Aussteuer beweisen es.

Der fleißige Hausmann Isí

Das archäologische Museum in Barcelona

Barcelona hat viele Sensationen und darunter auch viele Museen zu bieten. Da kann etwas in den Reiseführern und der Wahrnehmung des Otto-Normaltouristen ganz nach hinten wandern, was dieses Schicksal überhaupt nicht verdient. So ergeht es dem archäologischen Museum in Barcelona, das unterhalb der Parks am Mont Juic so eine Art touristisches Dornröschendasein fristet. Unberechtigt, wie uns der eigene Besuch rasch zeigte.

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Keltiberische Statuetten im archäologischen Museum Barcelona

Es ist eine verhältnismäßig kleine Sammlung mit den Schwerpunkten Steinzeit, Bronzezeit, Antike und Spätantike/Völkerwanderung, aber dadurch sehr gut an einem halben Vormittag oder Nachmittag zu bewältigen. Und das auch, wenn man Funde länger anschaut und darüber diskutiert. Das Herz der Sammlung bildet die Forschungsbibliothek, die in Achteckform an den Roman „Im Namen der Rose“ erinnert.

Museales Dornröschenschloss, aber der Weg lohnt sich!

Aber kommen wir zu dem, was man sieht, wenn einen nicht der Forschergeist in die Bibliothek treibt: Es überwiegt selbstredend der regionale Schwerpunkt. Und da wartet Catalunya von der Frühzeit des Menschen an mit den großartigsten Funden auf. Schöne Rekozeichnungen und ein an Fanatismus grenzender Hang zum Modellbau bereiten die Funde didaktisch auf. Dagegen haben die wenige Versuche moderne Technik einzusetzen teilweise bereits den Geist aufgegeben oder wirken überholt. Ich kann als Höhepunkte der Sammlung erwähnen: Für die Steinzeit die Megalithgräber; für die frühe Bronzezeit die El Argar-Kultur, die mit ihren genormten Gefässen, ihrer strukturierten Gesellschaftsform und ihren Zentralversorgungseinrichtungen etwas ganz Besonderes darstellt; für die Zeit der Phönizier der Stützpunkt auf Ibiza; die Bronzezeit und Eisenzeit auf Menorca und Mallorca mit Navetas, Taulas und Talayots; für die iberische Zeit zahllose Funde: Eine aufgefundene (Leinen?)-Färberei, Statuetten, Kriegerbildnisse, Funde von Schwertern und Falcatas (iberisches Hiebschwert, oben zweischneidig) ; Antike, Spätantike kamen mit Bodenmosaiken, Grabsteinen und Westgotenschmuck vor. Mittelalter und frühe Neuzeit kommen in die diesem Museum nicht mehr vor. Wir bleiben hier bei der klass. Archäologie.

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El Argar-Kultur mit ihren genormten Tongefässen

Und natürlich gibt es einen weiteren Nachteil: Viele Beschriftungen sind nur in einer Sprache: Catalanisch. Selbst mit Hochspanischkenntnissen hat man es da nicht einfach.  Wohl dem, der einen Erklärbär dabei hat! Ansonsten ist das MAC, das archäologische Museum CAtalunyas, ein absolutes Muss für den historisch interessierten Barcelona-Besucher.  Der Eintrittspreis ist niedrig, es ist schnell zu bewältigen und der Mont Juic und die Parks dort sind zum Nachbereiten und Ausruhen nahe. Ganz weit den Daumen hoch

macht Euer Isí

 

 

Wie kochte man in der Grafschaft Barcelona?

Die Grafschaft Barcelona ist einer der frühmittelalterlichen Nachfolgestaaten des Frankenreichen, hier kurz nachzulesen, und steht uns deswegen kulturell näher, als die eher westgotisch-islamischen Königreiche Nordspaniens. Aus diesem Grund ist es interessant einen Blick auf einige arch. Funde zu richten. Dabei möchte ich mich auf das kleine Detail Kochen konzentrieren:kochen2Aus karolingischer Zeit stammen diese Tonfunde, die vom Museum (Historisches Museum der Stadt Barcelona), als Tonbratpfanne interpretiert wurden. Ich bin etwas unschlüssig, ob ich bei dieser Interpretation mitgehen möchte. Falls aber doch, können wir unser Kochgeschirr um ein interessantes Stück Keramik erweitern. Damit zu kochen wird ein interessantes Experiment.

Der nächste Fund dürfte am ehesten von der Größe verwundern. Dafür springen wir ins 12. Jhd.: kochen3Diese zwei Herren in diesem der Romanik zugeschriebenen Bildausschnitts (im nationalen Kunstmuseum Catalunyas) benutzen einen schönen Topf, der mich an Töpfe aus römischer Produktion gemahnte (Römer, bitte an die Wissensfront !) Aufhängung und Kette sind sicher authentisch, über das zubereitete Mahl läßt sich streiten. Es handelt hier um eine der typischen Folterszenen in Märtyrerviten. Von einer Nachahmung mit Verkostung wird dringend abgeraten. Menschenfleisch stand im Mittelalter nicht auf den Speiseplan und ist deswegen nicht authentisch. Bitte den inhaltlichen Kontext beachten!

Vom Topf aus Eisen, Kupfer oder Bronze springen wir weiter zu einer Tonarbeit aus dem 13. Jhd., die ich auch sehr interessant fand:

kochen1Entschuldigt die schlechte Bildqualität, aber die Lichtverhältnisse im Museum waren schlecht und beim ersten Mal habe ich schon den Blitz benutzt, beim zweiten Mal hätte ihr mich nicht wiedergesehen! Die Wärter sind gnadenlos und machen aus Blitzern Eintopf (siehe Bild 2). Ich denke aber, Tontopf und „Stöpfchen“ für das Feuer sind doch zu erkennen. Das hat mich an die Tonfeuerstellen aus Marokko erinnert, auf die man die Tajine, den marokkonischen „Dampfkochtopf“ draufstellt. Und hier gibt es sicher auch eine Verbindung. Zwischen 11. und 13. nahmen die Einmischungen aus Nordafrika in Spanien zu. Davon ist auch Barcelona kulturell nicht unbeeindruckt geblieben. Im Beispiel aber ist die Tonfeuerstelle für einen hübschen Kugeltopf gemacht. Holzsparend und wie gemacht für Lager, wo keine Feuerstellen ausgehoben werden dürfen. Ggf. sogar für große Zelte geeignet. Kochen wie in Barcelona aber leider erst ab dem 13. Jhd., ich würde für für Leute im Cid-Zeitalter noch ein Auge zudrücken, aber nicht für Ottonen! Tut mir leid.

Und da der Missionar jetzt gar ist (siehe erneut Bild 2), muss ich zum Esstisch. In Apfelwein geschmort, schmeckt selbst der zäheste Esel gut.

Heute am Kochlöffel, euer Isí

Stuhl einer Madonna

Stuhl-barca1aus dem Königreich Aragón-Catalunya zur Zeiten der Romanik Ende 11., Anfang 12. Jahrhundert, mit der ich „Die Sache mit den Möbeln“ fortsetzen möchte.

Die Madonna ist eine der sogenannten Pyrenäenmadonnen und stammt ursprünglich aus dem Kloster Santa María de Obarra (Link Spanisch). Interessant ist aber hier nicht die Madonna, sondern der Stuhl, auf dem sie sitzt, deswegen auch der Schwerpunkt des Fotos. Dieser Stuhl ist ein sogenannter Pfostenstuhl, wie wie ihn auch schon aus Bilderhandschriften kennen. Die Lehne ist sehr flach. Die Pfosten enden in gedrechselten oder geschnitzten runden Abschlüssen evt. mit einem Kreuz versehen. Sehr kunstvoll ist der Zwischenraum zwischen den Pfosten an der Seite gestaltet. Dieser ähnelt einem dreigliedrigen romanischen Fenster.

Heute ist der Stuhl und die Madonna darauf im Nationalmuseum für Kunst von Catalunya-Aragón in Barcelona zu finden.

Mit einem Blick auf den Stuhl von vorne verabschiedet sich Euer Isí

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