Augsburger Ottonenlager

Augsburger Ottonenlager

Ottonenlager in Langenneufnach (Bärenbachzeltplatz) bei Augsburg

Nach dem großen Ottonenlager in Weilheim 2010 und einem kleineren Ottonentreffen 2011 auf der Lütjenburg fand in diesem Jahr im Mai ein lange geplantes Ottonenlager bei Augsburg statt.

Es ist Frühlingsanfang im Jahre des Herren 1012, der erste Markt im Jahr zieht viele Menschen nach Augsburg. In der Nähe der Stadt treffen und lagern die unterschiedlichsten Menschen auf dem Weg zum Markt. Neben dem alltäglichen Lagerleben wird die Ausrüstung ausgebessert und Waren werden für den Verkauf vorbereitet. Auch Bewaffnete und Reisende kommen aus unterschiedlichsten Gründen in die Bischofsstadt.  Es ist wirklich nur eine kleine Reisegruppe, die sich am Bärenbach in der Nähe von Augsburg zusammenfand: Ein Miles mit Frau und Kindern, ein Händler aus Birka, ein Adliger mit Knecht, zu dessen Schutz der Miles mitreist, eine ottonische Stiftsdame, ein Jäger mit Frau und ein Gutsherr mit Frau, der einige Zeit in Diensten eines jüdischen Sklavenhändlers stand und von ihm ein arabisches Reisezelt (Jaima) erworben hat. Ein Sonnensegel wird aufgespannt und die Reisenden ruhen sich zwei Tage aus, bevor sie zum Markt nach Augsburg weiterziehen.

Soweit die Geschichte für unser Lager. Am Anfang stand etwas die Enttäuschung. Wir hatten mehr Darsteller und mehr Besucher erwartet. Doch sind wir nicht sehr viele ottonische Darsteller (oder ähnliches) und es ist klar, dass nicht jeder an jeden Termin kommen kann. Manchmal kommt auch spontan etwas Wichtiges dazwischen. Für die „Nordschiene“ ist die Anfahrt zudem sehr, sehr weit. Was die Besucher betrifft: Je weiter ein Lager von einer größeren Stadt entfernt ist, desto mehr Werbeaufwand muss betrieben werden, um Interessierte anzulocken. Wenn es ein ehrenamtliches Projekt wie dieses Ottonenlager ist, stellt sich von Beginn an die Frage, ob sich ein solcher Aufwand dann überhaupt lohnt und nicht von vornherein ein Privatlager zu planen ist, bei dem wir uns natürlich über jeden spontanen Besucher genauso freuen. So hatten wir nur wenige, aber sehr interessierte Besucher, die auch lange blieben und am nächsten Tag wiederkamen. Vom geplanten Programm haben wir immerhin eine abgespeckte Version geliefert.

Wir haben uns als Reisende tatsächlich ausgeruht. Es war ein schönes verlängertes Wochenende mit Erfahrungsaustausch mit ottonischen Darstellern. Wir führten Handarbeiten und Handwerk aus, probten Bögen und Schleudern und den Kampf mit Schild und Speer. Dazu gehörte auch ein Beschusstest auf eine genietete Kettenhaube. Viele von uns sehen sich oft nur einmal im Jahr und da ist diese Gelegenheit auch immer ein Treffen unter alten Freunden. Ganz klar! Für die gute Essens- und Getränkeversorgung ergehen viele, viele Pluspunkte an die Orga. Ebenso für den Platz und überhaupt für die Organisation. Ja, und am Ende vielen Dank an diejenigen, die uns so lieb bekochten!

Perspektiven für weiteres ottonisches Engagement für Augsburg und Königsbrunn wurden auch ausgelotet. Ein nächstes Ottonenlager im Süden könnte z.B. beim Lechfeldschlachtpavillon stattfinden. Dazu müßten Gespräche mit der Stadt und den Gruppen vor Ort geführt werden. Es ist auch noch nicht raus, ob unser Wilderich die Organisation ein weiteres Mal übernehmen möchte. Darüber wird noch zu reden sein. Wir verließen den Bärenbachplatz mit vielen traurigen Gefühlen und der schönen Erinnerung an drei Nächten und über zwei Tagen in der Ottonenzeit.

Ganz viele Fotos von dem Treffen gibt es hier ….

Euer Isí