Wohnturm des 11./12. Jahrhunderts in Halle

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Reste des Wohnturms befinden sich etwas versteckt im Haus Rannische Straße Nr. 3

Er ist ein Relikt der (Fernhändler-)Frühstadt, die sich um den alten Markt herumgruppiert befand. Die Reste des Wohnturms finden sich enthalten in der Rannischen Straße Nr. 3. Noch im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt von 1996 wurde zwar das barocke Sandsteinportal des 17. Jhds. erwähnt, von älteren Bauteilen ahnte man nichts. Erst nach der Sanierung ab 2008 kamen diese  bauhistorisch wertvollen Überreste der salischen Händlersiedlung  zum Vorschein und sind auch die einzigen Baureste dieser Zeit, die im Stadtbild deutlich zu erkennen sind.  Dazu gehören die zwei Biforienfenster (gekuppelte Rundbogenfenster), 12. Jhd., die deutlich von außen zu erkennen sind, heute allerdings nicht mehr als Fenster dienen.

Eines der beiden Biforienfenster Rannische Str. 3
Eines der beiden Biforienfenster Rannische Str. 3

Da fällt mir gerade ein, dass ich vor kurzem im Zusammenhang mit der Jakobsrotunde einen Stadtplan eingestellt habe, auf dem die Frühstadt deutlich erkennbar ist:

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Die gestrichelte Linie umgrenzte als Wall oder Mauer die Frühstadt mit den Kirchen St. Michael, St. Moritz und Sta. Getrauden

Schade, dass Einwohner (und Touristen) so achtlos an diesem ältesten Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte Halles vorübergehen. Immerhin gibt es eine sehr informative Seite auf den Stadtseiten dazu, die auch die Sanierung und Baugeschichte ausführlicher darstellt, als ich es hier kann, klick, eine Bildergalerie gibt es auch dazu, klick..

Euer Isí

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